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Die dritte Ausgabe meiner Kurpfalz-Horizonte wurde zu einer besonders beeindruckenden und bewegenden Veranstaltung. Unter dem Titel „Erinnern für die Zukunft“ hatte ich einen ganz besonderen Zeitzeugen zu Gast: Aus Frankfurt war Gerhard Wiese angereist, der letzte lebende Ankläger im Ausschwitzprozess. Der heute 95-Jährige hatte damals als junger Staatsanwalt die Anklage vertreten und die Anklageschriften gegen Wilhelm Boger und Oswald Kaduk, zwei der 22 Angeklagten, verfasst. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass in einem der größten Prozesse der Nachkriegszeit durch einen tiefen Einblick in die Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten das Leugnen der Taten unmöglich wurde. Im gut besuchten Josefshaus in Schwetzingen begrüßte Simon Abraham, Vorsitzender der SPD Schwetzingen, die Gäste. In seiner Ansprache umriss er das Thema des Abends: Die Bedeutung, die der Erinnerung für eine gute Zukunft zukommt: Wie kann der Appell „Nie wieder“ ein Zukunftsversprechen sein und bleiben – gerade auch für Jüdinnen und Juden in Deutschland? Gerhard Wiese ließ das Publikum anschaulich an seinen faszinierend präzisen Erinnerungen teilhaben: an den aufwändigen Ermittlungen „ohne Computer, ohne Handy – der Fernschreiber stand hoch im Kurs“, aber auch an den Emotionen der Zeugen, die nach Jahren des Verdrängens Fremden gegenüber die schlimmsten Erfahrungen ihres Lebens aus der Erinnerung in die Gegenwart holen mussten. Die Wertschätzung der Gäste dafür, dass Wiese die Kraftanstrengung eines persönlichen Besuchs auf sich genommen hatte, war greifbar: Den Besuchern war die einmalige, nicht wiederkehrende Gelegenheit bewusst, diesen Zeitzeugen live zu erleben. Solange die Kräfte reichen, um davon zu erzählen, was der Auschwitzprozess über die Mordfabrik des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu Tage gefördert hat, möchte Wiese davon erzählen – ganz besonders jungen Menschen. Gerhard Wiese begegnen zu dürfen, war ein Geschenk an uns alle. Seine Mission, seine Geschichte und damit einen wichtigen Teil der Geschichte der deutschen Demokratie zu erzählen, ist von unschätzbarem Wert, damit der menschenverachtende Terror niemals in Vergessenheit gerät. Sein Beitrag gegen das Vergessen ist Teil des Lernprozesses, der unsere Demokratie stark gemacht hat.