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Der bayerische SPD-Abgeordnete Florian Post geht die Führung seiner Partei scharf an. »Alles soll in der SPD jetzt auf links gebürstet werden, und wer da nicht mitmacht, wird abgestraft«, sagte Post der Zeitschrift »Cicero«. »Man wird ja in dieser Partei inzwischen schon schief angeschaut, wenn man einen Anzug trägt!« Post sagte, Realos wie er würden »schnell in die rechte Ecke gestellt«. Hintergrund der scharfen Töne ist eine persönliche Niederlage: Am Wochenende unterlag Post bei einer Kampfkandidatur in Oberbayern, der erste Listenplatz ging an den Gewerkschafter Sebastian Roloff. Um erneut in den Bundestag einzuziehen, müsste Post seinen Wahlkreis in München-Nord direkt gewinnen. Die Chancen dafür stehen eher schlecht. Post äußerte sich auch zum SPD-Streit über Identitätspolitik. Er unterstützte den ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und griff die Parteispitze um Saskia Esken und Kevin Kühnert scharf an: »Wir sollten uns von diesen Bonsai-Jakobinern doch nicht vorschreiben lassen, wie wir zu sprechen haben«, sagte Post »Cicero«. In einer Mail von Generalsekretär Lars Klingbeil habe »Kandidierenden-Plakate« gestanden. »Was ist das für eine Gaga-Sprache?« Mehr zum Thema SPD-Bundestagskandidat: Scholz-Kritiker gewinnt Machtkampf in München Machtkampf in der SPD: Genossen fürchten Ausbootung von Parteirebell Von Christian Teevs Icon: Spiegel Plus Icon: Spiegel Plus Selbstzerfleischung der SPD: "Das bringt uns alle um" Von Christoph Hickmann und Veit Medick Auch gegen die bayerische SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen ätzte Post. Die bayerische SPD ähnele unter ihrer Führung inzwischen »eher einer Sekte als einer Partei«. Vor dem Hintergrund von Umfragewerten um die sieben Prozent versuche die Parteispitze um Kohnen »mit aller Macht«, eigene Gefolgsleute auf sicheren Plätze durchzudrücken. Post ist seit 2013 Abgeordneter und gilt als Vertrauter von Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel. In der laufenden Legislaturperiode machte er immer wieder mit scharfen Attacken auf Finanzminister Olaf Scholz und vor allem dessen Vertraute, Ex-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles, auf sich aufmerksam. In der Bundestagsfraktion wurde Post so zum Außenseiter, die Fraktionsspitze um Nahles berief ihn im März 2019 sogar aus dem Wirtschaftsausschuss ab. Post will am Donnerstag bekannt geben, wie es für ihn weitergeht. Es gebe zwei Optionen, sagte er dem SPIEGEL: Entweder er ziehe sich aus dem Wahlkampf zurück oder er trete nur als Erststimmenkandidat an. Zwei Erklärungen werde er am Donnerstagvormittag verschicken, so Post. »Eine von mir persönlich und eine von meinem politischen Wahlkampfleiter, Münchens Altoberbürgermeister Christian Ude.«