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Die Mark Sieczkarek Company Mark Sieczkarek lässt sich als Choreograph keiner Schule und Schublade zuordnen. Die Stationen, klassische Ballettausbildung, Jahre als Tänzer bei Pina Bausch, Arbeiten an der Folkwangschule, sind als Sedimente der Erfahrung vorhanden. Aber auf der Bühne nicht offensichtlich. Sieczkarek hat mit fast jedem Stück eine neue Richtung eingeschlagen. Und in allen Phasen flossen die professionellen und persönlichen Prägungen dabei zusammen. Am augenfälligsten vielleicht in seiner Arbeit Drops of rain in perfect days of June. Die entstand 1995 als bestürzend-poetischer Nachruf auf den Tod seines brasilianischen Freundes Caique Ferreira, der im Jahr zuvor an Aids gestorben war. Über das Thema Aids hat Sieczkarek in der Folge mehrfach gearbeitet. Was ihm prompt das Label eintrug: Der Aids-Choreograph. Ein Oberflächen-Bild ohne Kontraste. Die aber machen Sieczkareks Werk aus. Wo Drops of rain auf paradiesbunter Bühne die Gleichzeitigkeit von Schönheit und Sterben einfing, folgte mit Funky Drummer (1996) ein bis zur Ironie fröhliches Samba-Stück im Schwarzweiß-Setting. Es gibt wiederkehrende Motive in Sieczkareks Arbeit. Lebenseinflüsse, die oft unterschwellig pulsieren. Das Schwulsein gehört ebenso dazu wie der Umstand, dass er seit über 20 Jahren als Schotte in Deutschland lebt, zu einem Teil immer Außenseiter geblieben. Die Suche nach Identität wirkt fort. Der Heimat hat er in Home - thoughts from abroad (1999) nachgespürt: hat Volksmusik und Schotten-Minirock auf die Bühne gebracht, in den Bewegungen wiederum die Folklore radikal kontrastiert. Seine Arbeiten sind nicht verwurzelt, sondern universell, im besten Sinne. Wenn er, wie in Eu estive aqui (I was here) von 2010, brasilianischen Tänzern aus Porto Alegre seine Bewegungen gibt, entsteht aus deren Aneignung etwas Eigenes, brasilianisch und doch fremd. Choreographie kennt keine Herkunft. Sieczkarek hat stets klare Bilder im Kopf, aber er ist kein Konzeptarbeiter, am liebsten kommt er so pur wie möglich auf die Probe. Er setzt den Tänzern -- und dem Publikum -- keine Themen vor, sondern bleibt deutungsoffen, mehrbödig. Dass er beispielsweise für Bühne und Kostüme immer wieder recycelte Materialien verwendet, ist vielseitig lesbar, nicht notwendigerweise Kommentar zum Naturschutz. Und nicht allein der materiellen Situation seiner freien Company geschuldet, die ihm, zum Bedauern auch vieler Tänzer, die kontinuierliche Arbeit mit einem Ensemble unmöglich macht. Doch auch der Zwang, sich fortwährend neu erfinden zu müssen, hat helle und dunkle Seiten. Sein Bewegungsvokabular ist so oder so fortwährend gewachsen. In den Choreographien hat Mark Sieczkarek mittlerweile zu einer vollkommenen Konzentration gefunden. Er schafft Tanz. Stücke, die wie Moon Song (2008) eine asiatische Schlichtheit und spirituelle Liebe atmen. Wo die meisten Choreographen Prosa auf die Bühne bringen, ist Sieczkarek einer der seltenen Poeten.