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Zuletzt haben wir gesehen, wie die Beschäftigung mit Johannes vom Kreuz und seinem „nada“ einen ersten großen Perspektiv-Wechsel bei Willigis bewirkte. Er löste sich - motiviert durch seine Sehnsucht nach Vertiefung in Gott - von dem klassischen Kontemplations-Verständnis des Verweilens in Gegenwart einer Repräsentanz des Allerheiligsten, hin zu offenem Gewahrsein. Dadurch war die Wende zum nicht-gegenständlichen Gebet eingeleitet. In dieser Situation begann sich ein weiterer großer Perspektiv-Wechsel anzudeuten. Für Willigis war der ursprüngliche Ausgangspunkt seiner Arbeit bei missio: „Unser Gott ist euer Gott„. Dieser Satz verlor aber im Kontext der interreligiösen Begegnungen an Stimmigkeit für ihn. Das Erleben dieser Begegnungen machte ihm bewusst, dass die Übereinstimmung weniger in den Antworten auf die Gottesfrage bestand, sondern in der Sehnsucht. Dies erschien ihm mehr und mehr als das die Menschen Verbindende. In der Konsequenz bedeutete dies für ihn, die Frage nach Gott und die Frage nach dem Sinn des Lebens gleichzusetzen. Damit einher ging, die kirchlichen Antworten auf diese Fragen nicht mehr als einzige und endgültige zu betrachten. Es galt, die Frage nach Gott und dem Sinn des Lebens länger offen zu halten und unbeantwortet in den Mittelpunkt zu stellen. Für Willigis galten beide Fragen fürderhin als identisch - der zweite wichtige Perspektivwechsel. Diese beiden Fragen führen direkt zur dritten: die Fragen nach Sinn und Gott stellen die Frage nach dem Sinn meines Lebens, meinem Gott, also die Frage: Wer bin ich? Damit findet Willigis durch die kirchliche Hintertür direkten Zugang zur Frage des 20. Jahrhunderts schlechthin - der Frage nach dem Ich und dem Menschen. Gleichzeitig macht ihn dies anschlussfähig an die große sozialwissenschaftliche, anthropologische Wende des 19. und 20. Jahrhunderts. Diese beiden hier angedeuteten Paradigmenwechsel bereiten, ergänzt um den wissenschaftlichen Paradigmenwechsel des 20. Jahrhunderts, seinen großen theologischen vor. Davon mehr in den nächsten beiden Wochenimpulsen.