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Kontext Die Auseinandersetzung mit urbanen Ressourcen im Umraum von Kernstädten und die Frage danach, wie Stadtplaneten als eigenständige Lebensräume funktionieren können, sind grundlegende Themen des aktuellen stadtplanerischen Diskurses. Untersuchungsobjekt dieser Arbeit ist das Linzer Stadtgebiet Kleinmünchen/ Auwiesen entlang der Dauphinestraße. Als Beispiel für das, durch Thomas Sieverts beschriebene Phänomen der „...Zwischenstadt, ein(em) Gebiet das weder Stadt noch Land ist, aber Eigenschaften von beiden besitzt...“, werden alternative Strategien gesucht, um dieser neuartigen Stadtstruktur mit architektonischen Mitteln zu begegnen. Vergangenheit Die Geschichte Kleinmünchens ist geprägt von Ambivalenzen: Der Aufschwung der Industrialisierung und dem damit einhergehenden Arbeiterelend begründete den Aufstieg zur Kleinstadt. Das Hermann-Göring Stahlwerk, welches in der NS-Zeit durch die kleinmünchner Gefangenenlager in Zwangsarbeit betriebene wurde, sichert heute noch unter neuem Namen den Wohlstand der Stadt Linz. Wohnbauten, im großen Stil für die arbeitende Klasse gebaut, bestimmten in jeder Epoche die bauliche Entwicklung und waren formal der herrschenden Ideologie angepasst. Gegenwart Das gegenwärtige Stadtbild Kleinmünchens ist ein Flickenteppich dieser verschiedenen, in sich homogenen, Baustrukturen. Blockbauten mit unterschiedlichen Typologien stehen ausgestorben und ohne Bezug zueinander in der Landschaft. Die Einfamilienhaussiedlungen wachsen wie Unkraut in den freien Nieschen des Stadtgeflechts: abgegrenzte, kleinmaßstäbliche und autonome Einheiten, die unabhängig von ihrem Kontext funktionieren, und keinen Mehrwert für die Umgebung bieten. Unsere Analyse attestiert der lebendigen Stadtgesellschaft in Kleinmünchen den Tod. Individualismus, Konsum und soziale Segregation bestimmen den, zum Verkehrsraum degradierten, öffentlichen Raum. Zukunft Auch wenn diese Feststellung sicher polemisch ist und sich punktuell Ausnahmen finden lassen, ist die Entwicklung der anhaltenden Trends düster. Unsere Entwurfsüberlegungen stellen sich dieser Dystopie entschieden entgegen. Durch die Implementierung von „Attraktoren“ entlang der Dauphinestraße, den Abbau des motorisierten Individualverkehrs, die Renaturierung des Weidinger Bachs und die lokale Versorgung soll der Stadtraum wieder zum Begegnungsraum werden. Die genaue Analyse der Geschichte Kleinmünchens zwingt uns jedoch anzuerkennen, dass sich eine architektonische Intervention in die bestehende Riege an äußeren Planeingriffen einreihen würde und weder dem Kontext des Gebiets noch den Interessen der Bewohner*innen gerecht werden könnte. Theorie Der Prozess des Entwerfens wird oft als Gedankenreise durch viele mögliche Realitäten dargestellt, an deren Ende die bestmögliche Option - die optimale Variante - die Utopie, steht. Tatsächlich handelt es sich um ein imaginiertes Konstrukt aus subjektiven Einzelentscheidungen, die wir als Architekt*innen zu einem komplexen Geflecht aus Interdependenzen zusammenfügen. Doch eben jene Subjektivität, die durch unsere notwendige Bewertung im Entwurfsprozess bedingt ist, zerstört die Vollkommenheit der Utopie. Die Gestalt der Architektur ist kontrollierbar, ihre Wahrnehmung nicht. Wenn wir entwerfen, müssen wir uns immer bewusst darüber sein, dass unsere Entscheidungen keine Allgemeingültigkeit besitzen und je nach Blickwinkel und Kontext positiv oder negativ zugleich wahrgenommen werden können. Dies führt zu einer ambivalenten Feststellung: Die Utopie ist gleichzeitig auch eine Dystopie. Film Der Film thematisiert diese Dualität von Dystopie und Utopie. Er bricht mit dem zeitlichen Rahmen der Geschichte und bringt vergangene, aktuelle und zukünftige Gesellschaftsbilder in einen Kontext. Die Epochen verschmelzen zu einem Konstrukt, das permanent zwischen positiver und negativer Konnotation in der Schwebe hängt. Der Perspektivwechsel in die Zukunft erlaubt es uns auf unsere Gegenwart zurückzublicken und als Teil der Geschichte neu zu bewerten. Die überspitzt positiven Werbeschaltungen aus der Zukunft im Kontext der ambivalenten Geschichtserzählung, regen dazu an die Doktrin zeitgenössischer Planungsansätze zu hinterfragen. Studienprojekt Kunstuniversität Linz / diearchitektur SS 2022 Studierende: Magda Kremsreiter / Marco Thaller / Timothy Kölle Betreuung: co/now