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Aufzeichnung der MOSSE LECTURE von Hartmut Böhme am 11. Januar 2024: »Schlaf der Vernunft: Zur politischen Deutung von Müdigkeit, Schlaf, Schlafwandeln, Traum und Erwachen« Einführung und Gespräch: Ulrike Vedder. Ausgehend von Francisco Goyas Capriccios zum »Schlaf der Vernunft« werden wesentliche Zustände sowie Grenzphänomene des Schlafes untersucht. Nach einer überblicksförmigen Sicherung der wesentlichen Phänomene des Schlafes werden die semantischen Felder skizziert, die dazu geführt haben, dass Erscheinungsweisen und Praktiken des Schlafes metaphorisch gedeutet wurden. Dadurch wurden z.B. Müdigkeit, Schlaf, Schlafwandeln, Traum und Erwachen, die eigentlich leibliche und phantasmatische Zustände oder Vorgänge sind, zu ›Quellgebieten‹ von Metaphern: diese fügten den politischen Zuständen oder Handlungen kulturellen ›Sinn‹ hinzu. So wurden dem politischen System Bedeutungsebenen implantiert, welche die Begrenzung des Politischen auf das Bewusste und Diskursive als definierende Merkmale der Politik infragestellen oder gar aufheben. Halluzinatorische oder somnambule Kollektiv-Zustände gehören demnach ebenso zum Politischen wie traumartige Illusionen oder eine erschöpfende Fatigue von je einzelnen Subjekten. Aber auch politische Aufbruchsbewegungen können als ‚Erwachen‘ aus einem allgemeinen Zustand des Dämmerns und des Unbewussten gedeutet werden. Im 20. Jahrhundert wurden die pharmazeutischen und toxischen Mittel entscheidend, die sämtliche Ebenen und Grenzzustände des Schlafes in ein ‚Regime‘ verwandeln. Hat diese ‚Verkünstlichung‘ des Schlafes und des Wachens auch eine regulative, womöglich anästhetisierende und manipulative Kraft im Politischen entwickelt? – Naturwissenschaftliche Perspektiven auf den Schlaf werden hier nicht zum Thema. Vielmehr werden Spuren der Sprache und der kulturellen Imagologie verfolgt, welche unsere Sicht auf die Politik erweitern können. HARTMUT BÖHME: Literatur- und Kulturwissenschaftler, bis zu seiner Emeritierung Professor für Kulturtheorie und Mentalitätsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin; Böhme war Leiter verschiedener Forschungs-Projekte – unter anderem des Sonderforschungsbereichs Transformationen der Antike, des Graduiertenkollegs Codierungen der Gewalt im medialen Wandel; Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in den USA und in Japan sowie Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar und am kulturwissenschaftlichen Institut Essen; zu seinen Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten gehört neben der Kulturtheorie und der Literaturgeschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert die Kulturgeschichte seit der Antike, die Theorie und Geschichte des Fetischismus, die Wissenschafts- und Bildgeschichte und die historische Anthropologie und Psychohistorie.