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Zwischen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern im Neuwieder Stadtteil Engers ragt ein Rokokoschloss hervor. Ein Juwel des 18. Jahrhunderts, das seinesgleichen sucht. Die Lage am Rhein lässt in die Weite schauen. Doch wer hier ist, will die Blicke eigentlich vor sich auf das Gebäude und seine Kunst richten. Historische Bemalungen, wo das Auge hinschaut. Unterbrochen werden sie von Spiegeln und von Fenstern, die den Blick auf den Fluss freigeben. Lustschlösser sind die Sommerresidenzen der Könige – oder hier, der Fürsten. Wer ein adliges Amt bekam, wollte sich auch mit einem eigenen Gebäude verewigen, das später an ihn erinnert. Das ist geglückt. Doch die Lust im Schloss bestand darin, dass das Zeremoniell gelockert wurde. Der komplette Tag vom Ankleiden bis zum Bettgehen war für den Adligen streng durch-getaktet. Rund um die Uhr war er Herrscher und konnte nicht tun, was er wollte. Da war die Sommerresidenz am Rhein eine willkommene Auszeit. Der Aufbau der Treppen zum Fluss hat eine besondere Bedeutung. Je prominenter der Gast war, der über den Rhein angereist ist, desto weiter kam ihm der Kurfürst auf den Treppen entgegen. Die einzelnen Stationen deuten also Hierarchien an. Die Lage von Schloss Engers direkt am Wasser war gewiss kein Nachteil. Der Bauherr Johann Philipp von Walderdorff war gleichzeitzig Kurfürst, also Politiker, und Trierer Erzbischof, also ein Mann der Kirche. Burgen sind heute das Symbol des Mittelalters, weil von ihnen noch viele alte Mauern stehen. Die barocken Fürsten wollten aber Gärten haben, wollten zur Jagd gehen. Die Vorderseite des Schlosses ist die am Wasser. Sie ist prunkvoller gestaltet. Warum? Schon seit dem Bau von Schloss Versailles bei Paris war es üblich, dass die aufwendiger gestaltete Seite zum Garten hin ging. Ein kleines Gärtchen gibt es in Engers aber auch. Dort kann diniert werden. Mancher Jogger oder mancher Tourist radelt am Rhein entlang und genießt hier dann sein Radler. Das Schloss kann ein Anfang und ein Ende sein. Hier beginnt nämlich der Thüringen-Rhein-Wanderweg, über den man mehr als 300 km weit nach Osten wandern kann. Tradition ist es, dass Wanderer Steine aus dem Thüringer Wald hier in den Rhein werfen, wenn sie angekommen sind. Rheinland-Pfalz hat viele Burgen. Doch recht wenige Schlösser – da hat Baden-Württemberg mehr. Wie kommts? Schuld ist auch unsere Lage – die Nähe zu Frankreich. In der Revolution wurde vieles zerstört. Die prachtvollen Schlösser auf der linken Rheinseite hatten die Angriffe der Franzosen nicht überstanden. Später im Zweiten Weltkrieg wurden viele Schlösser ausgebombt, wie auch das Schloss Sayn bei Bendorf. Doch Schloß Engers mit seinem Dianasaal blieb in über 250 Jahren unbeschadet. So ein prachtvolles Gebäude will genutzt werden, auch wenn es der Adel schon lange nicht mehr braucht. So war es einst eine Heilanstalt für Menschen mit Behinderung. Fast 60 Jahre lang hat man es dann als orthopädisches Krankenhaus genutzt. Nach dieser Zeit musste dann vieles wieder hergerichtet werden, manches wurde dem Ursprung wieder näher gebracht. Doch der prunkvolle Saal blieb immer erhalten. An der Decke sehen wir wieder die Fantasie-Malereien von Neptun, ebenso wie die eines jungen Liebespaares. Zahlreiche Engel und wenig bekleidete Menschen zeigen das Ideal des Menschen vor 250 Jahren – auch heute noch schön anzuschauen. Die umliegenden Räume sind schlichter, aber werden durch historische Möbel aufgewertet – echte Kunstschätze. Und die Ahnen sind natürlich aufgereiht. Heute wird Schloss Engers vor allem musikalisch genutzt. Es ist im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz. Die spätbarocken Räume werden von jungen Menschen aus aller Welt bespielt. Sie bringen den Klang ihrer Instrumente in die Mauern und freuen sich über eine angenehme Akkustik. Die Akademie für Kammermusik der Villa Musica ist eine Stiftung des Landes Rheinland-Pfalz. Sie bemüht sich seit den 90er-Jahren, die besten jungen Klassik-Musiker der Welt nach Neuwied zu holen, um sie hier in Kammermusik zu schulen. Die Violinistinnen und Klarinettenspieler übernachten auf dem Anwesen, können sich hier ausprobieren, lernen dazu. Aber natürlich haben auch die Menschen aus der Region etwas davon. Denn in diesem glanzvollen Ambiente werden auch Konzerte gegeben. Ebenso reisen die Musiker von hier ins ganze Land, um auch dort Spielstätten zu besuchen. Trotz der bunten, bildschönen Fachwerkhäuser rund um den Vorplatz bleibt das Schloss schließlich der Glanzpunkt von Engers und ein Aushängeschild am Rhein. Aus dem Magazin "objektiv - Menschen, Leben, Rheinland-Pfalz", das in den Offenen Kanälen gesendet wird.