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„Mein Kopf ist ein summendes Etwas, ein Kopforchester...“ Ilma Rakusa ist eine Europäerin durch und durch. Sie wurde 1946 in Rimavská Sobota, in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Ljubljana, Triest und Zürich. Zu Hause sprach man Slowenisch, Ungarisch und Deutsch; Französisch kam in der Schule hinzu, Russisch, Serbo-Kroatisch und Polnisch im Studium. Diese Mehrsprachigkeit wurde zu Ilma Rakusas literarischem Resonanzraum, die europäischen Literaturen von früh an ihr wichtigster Rückzugs- und Tätigkeitsraum. In Zürich und Paris studierte sie Slawistik und Romanistik und promovierte über die russische Moderne. Seit den 1970er-Jahren übersetzt sie literarische Werke aus dem Russischen, Serbokroatischen, Ungarischen und Französischen – unter anderem von Marina Zwetajewa, Marguerite Duras, Danilo Kiš, Péter Nádas und Imre Kertész. Ebenso wie das Übersetzen begleitet das Schreiben Ilma Rakusas Leben: In zahlreichen, vielfach ausgezeichneten, Prosawerken, Gedichtsammlungen und essayistischen Texten zeigt sie sich als sensible und präzise Beobachterin menschlicher Schicksale zwischen Sprachen, Kulturen und Lebenswelten, zeichnet historische Umbrüche und feinste Regungen in Natur- im Gedankenräumen nach. Ihre Lyrik und Prosa zeichnen sich durch poetische Knappheit, feine Musikalität und leise intertextuelle Korrespondenzen aus. „Das Dialogische ist mir sehr wichtig. Beim Schreiben, beim Übersetzen auch“, sagt sie – und tatsächlich bildet dieses dialogische Prinzip den Kern ihres Werks: das stete Gespräch zwischen Sprachen, Menschen und literarischen Welten. Ilma Rakusa ist neben ihrer Arbeit als Autorin und Übersetzerin zudem unermüdlich als Vermittlerin ost- und südosteuropäischer Literaturen aktiv – als Rezensentin, Essayistin, Dozentin und Mitglied zahlreicher Literaturpreisjurys. Heute lebt Ilma Rakusa in Zürich und hat auch ein Standbein in Berlin. Gespräch mit Nina Weller, gedreht am 02.03.2025 in Berlin für die Filmreihe „Werke und Tage“ Konzeption der Reihe: Anna Shibarova Kamera/Schnitt/Regie: Jakobine Motz Mitregie, Interview: Nina Weller Kamera/Ton: Michael Döring Untertitel: David Drevs ©2025 Die Reihe „Übersetzen. Werke und Tage“ wurde gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.