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Liebe Freunde! Seit über einem Monat nun beten wir online. Whattsapp sei Dank! Der Fortschritt hat nicht nur Nachteile… Ihr habt vielleicht bemerkt, dass die Gebete jedes Mal etwas anders klingen. Der Laie wundert sich vielleicht, aber Liturgie ist keine statische Masse, sondern unterliegt saisonalen und regionalen Einflüssen. Die Zeit vor Pessach ist von besonderer Vorfreude geprägt, brachten doch einst die Prinzen Gaben im Tempel dar. Pessach selbst, vom euphorischen Sederabend abgesehen, ein Fest, dass zwischen Freude und Ernst pendelt. Die Zeit von Pessach bis Schavuot, eine ernste Zeit, im Bewusstsein des Verlustes des Tempels und der täglichen Erinnerung hieran, durch das Abzählen der Omergabe. Der Neumondstag des Iyar, ein Tag gemischter Gefühle: Befreiung, Kriegsende, Trauer um Opfer, Gedenken an Kampf für Israels Staat, und Geburtstag der jüdischen Medine. Kein Wunder also, wenn die Liturgischen Klänge auch diese saisonalen Einflüsse widerspiegeln. Hinzu kommt der regionale Aspekt: Berlin ist bezogen auf die Liturgie so etwas wie der Rhein oder der Brenner bezogen auf Kultur. Die Grenze zwischen dem sogenannten deutschen Ritus , bzw. „süddeutschen Ritus“ und dem Minhag Polin, also dem nord- osteuropäischen oder auch „litauischen“ Ritus, verläuft bekanntlich ungefähr parallel zur der Elbe, und Berlin liegt östlich davon, also im Einflussbereich des Minhag Polin. So wundert es auch nicht, dass sämtliche größeren Synagogen ohne Orgelbetrieb (Fränkelufer, Joachimsthaler Strasse und Rykestrasse) ihre Gebete im Minhag Polin (mit allerlei Variationen) durchführen, ebenso wie alle Synagogen, die in der Vorkriegszeit in Berlin im sogenannten „Alten Ritus“, dem Ritus der „Alten Synagoge“, Berlins erster Synagoge, betrieben wurden. Erst mit der Globalisierung seit Beginn des 21. Jahrhunderts, die auch die jüdische Liturgie nicht verschont, änderte sich das punktuell. Vorher gab es in Berlin vereinfacht gesagt nur polnischen Ritus oder „Lewandowski“, letzteren in den Synagogen mit Orgelbetrieb. In den Stibelach im Scheunenviertel wurde natürlich auch im chassidischen Nussach Gebetet, der liturgisch und melodisch weitere Besonderheiten aufweist. - Der Komponist Louis Lewandowski hat durch seine Musik die Liturgie in Deutschland so stark beeinflusst, dass diese heute meist mit „deutscher Ritus“ gleichgesetzt wird. Dies ist falsch, was man sofort bemerkt, wenn man die umfangreichen Quellenstudien der jüdischen Musikwissenschaftler, besonders Abraham Zvi Idelsohns liest (z.B. „die Synagogengesänge der deutschen Juden im 18.Jhdt“, oder „Die Synagogengesänge der süddeutschen Juden“). Lewandowski ist im Bereich der jüdischen Liturgie quasi eine eigenständige Kategorie, bestehend aus Kompositionen und nussach-basierter Musik, wobei er z.B. das Freitagabendgebet, soweit er hierfür Notierungen geliefert hat, zum Teil frei komponiert, zum Teil auf dem Klang des süddeutschen Nussachs aufgeschrieben hat. Somit ist Lewandowski hier näher am Klang der ursprünglichen deutschen, als der osteuropäischen Synagoge, während anderswo, z.B. beim Klang für das Abendgebet der Hohen Feiertage, seine Notierungen der Kerntexte kaum anders klingen, als im osteuropäischen Ritus. Dementsprechend verwundert es nicht, wenn in nahezu allen Berliner Synagogen hier und da auch die Melodien von Lewandowski erklingen. Das gilt auch für die Rykestrasse. Im Freitagabendgebet kommen an normalen Schabatten zu ca. 50 Prozent Stücke von Lewandowski zur Anwendung (Lechu Nerannena, Tzadik Katamar, Ad“nai Malach, ggf. Umaawir Yom etc., Kiddusch), am Schabatmorgen maximal 10 Prozent (evtl. Avot und fast immer Toraeinheben). Der Rest am Schabat ist ausschließlich Nussach (ursprünglich osteuropäisch, heute quasi Mainstream). Zu den Hohen Feiertagen kommt Lewandowski beim Mussafgebet bei allen tragenden Stücken (Avot etc. Unessane Tokef etc) zur Anwendung. Der Rest ist universell gültiger aschkenasischer Nussach. Neben dem osteuropäischen Ritus nördlicher Prägung (litauisch oder Minhag Polin) gibt es, wie angedeutet, auch den chassidischen Ritus, den der israelische Liturg Jehoshua Leyb Neeman s.A. als „volhynischen“ Ritus bezeichnet. Also Polin=Nord-Ost, Volhynisch=Süd-Ost. Während der polnische Ritus sich vom deutschen bezüglich der Gebete nur unmerklich unterscheidet, kommt im volhynischen Ritus meist die sefardische Anordnung der Gebetstexte zur Abwendung, was z.B. zu marginalen Textabweichungen in der Amida und zu spürbaren Umstellungen bei der Reihenfolge der Texte im Morgengebet führt. Auch gibt es Zusätze, wie einige kabbalistische Texte, insbesondere den Zohar-Abschnitt „Kegavna“, der von dem Mysterium des Schabat, bzw. der Einheit Gottes in der höheren und der niederen Welt handelt. Dieser Abschnitt wird am Freitagabend vor Borechu gesagt und ist quasi ein Schlüssel zur Bedeutung des Gebetes. Im Video mit dem Gebet für diesen Freitagabend, singe ich aus diesem Text den Abschnitt, der mit den Worten beginnt: Kudescho berichu echad