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Andreas-Hofer-Feier in Ehrenburg – Unrecht wird nicht zu Recht Ehrenburg – „Tirol stand oft vor ausweglosen Situationen, wie 1809, im ersten Weltkrieg, in der Zwischenkriegszeit bei der Einrichtung der Katakombenschulen oder in den 60er Jahren, als sich Männer zusammengeschlossen haben, um gegen die Unterdrückung und die Italienisierung anzukämpfen“, so Sven Knoll, STF-Abgeordneter zum Südtiroler Landtag. Zu Beginn seiner Rede erinnerte Knoll an die leidvolle Geschichte Tirols, als unser Land nach der Erschießung Andreas Hofers in Trümmern lag. Knoll stellte sich die Fragen, was Andreas Hofer und seine Männer dazu gebracht habe, gegen eine Übermacht zu kämpfen. Und auch damals hätte man sich die Frage stellen können. Was bringt das? Da könne man ja sowieso nichts machen. „Es isch a so“. Die Antwort liege aber in der Geschichte. Es ging damals darum, für die eigene Identität, Tradition und seine Rechte zu kämpfen. „Es gibt viele Menschen in unserem Land, die unsere Rechte verteidigen. Egal, ob die Autonomierechte, die immer wieder beschnitten werden, das Recht des Gebrauchs der deutschen Muttersprache, um die es oft schlecht bestellt ist. So zum Beispiel im Krankenhaus, bei der Post oder im Umgang mit den Behörden. Es sei nicht richtig, dass man die eigene Muttersprache nicht benutzen könne, obwohl wir die Mehrheit stellen,“ so Knoll in seiner Ansprache. Die Bedrohung für unsere Traditionen und Kultur sei nach wie vor noch gegeben. Erfundene Ortsnamen, darunter auch das Wort „Casteldarne“ seien Zeugnis davon, dass die Kultur geleugnet werden solle. „Casteldarne“ stehe für ein faschistisches Regime, das die Sprache und Kultur ausrotten wollte. Dies hinzunehmen, ohne dieses Unrecht zu benennen bedeutet Unrecht zu akzeptieren. Unrecht wird nicht zu Recht, nur weil es lange genug währt. Unrecht muss erkannt und bekämpft werden. „Wir haben in diesem Land einen Auftrag. Dafür zu sorgen, dass die Freiheit nicht nur eine leere Floskel ist. Dass wir das Wohl unserer Menschen nie aus den Augen verlieren. Und dass wir uns bewusst sind, dass nicht andere über unsere Heimat zu entscheiden haben, sondern dass es unser Auftrag ist, uns für dieses Land im Kleinen wie im Großen einzusetzen. Damit unser Land die Freiheit und Einheit erhält. Es lebe Tirol“, schloss Knoll seine Gedenkrede. Hauptmann Juri Oberlechner hielt in seinem Vorwort fest, dass in diesem Jahr im Besonderen dem kürzlich verstorbenen „Puschtra Bui“ Sepp Forer gedacht wird. „Den noch im Exil lebenden Freiheitskämpfern soll Gerechtigkeit widerfahren, auf dass sie bald in ihre geliebte Heimat Südtirol zurückkehren dürfen“, so Oberlechner. Pater Paul Borek zelebrierte die Heilige Messe. Eine Bläsergruppe der Musikkapelle Kiens und der Ehrenburger Männerchor gestalteten die Feier würdig mit. Die Schützenkompanie Ehrenburg legte einen Kranz nieder und ehrte die Gefallenen mit einer Ehrensalve. Eine Schützenabordnung legte am selben Tag auch in St. Sigmund beim Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Das Kiener Kriegerdenkmal wurde mit einem Bukett geschmückt. Verschiedene Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Andreas Falkensteiner, der Vizebürgermeister Markus Mitterhofer, die Gemeindereferenten und mehrere Gemeinderäte, eine Abordnung der Feuerwehr, sowie die Dorfbevölkerung waren erschienen.