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Pflanzennachzucht für Hochlagenaufforstungen im Kanton Bern Ein Film der Abteilung Naturgefahren, Amt für Wald, Volkswirtschaftsdirektion) www.be.ch/naturgefahren Schutzwälder sind ein äusserst wichtiges Element im integralen Schutz vor Naturgefahren. In hohen Lagen herrschen für die Bäume extreme Standortverhältnisse. Seit der letzten Eiszeit haben sich Lokalrassen gebildet, die an die schwierigen Rahmenbedingungen optimal angepasst sind. Aufforstungen sind nur dann erfolgreich, wenn geeignete Pflanzen gesetzt werden. Die kantonale Forstbaumschule am Kleinen Rugen in Matten bei Interlaken hat sich auf die Nachzucht von einheimischen Hochlagenpflanzen spezialisiert. Der Film richtet sich gleichzeitig an die Bevölkerung, Politiker, Schulen, Waldbesitzer, und Forstleute. Die Bedeutung der Schutzwälder Viele Siedlungen im Kanton Bern sind nur dank den oberhalb liegenden Wäldern vor Naturgefahren geschützt und dadurch überhaupt ganzjährig bewohnbar. Auch Verkehrswege, die entlang von steilen Hängen verlaufen, sind dank dem Schutz durch den Wald vor Naturgefahren sicherer. Schutzwälder sind im Gegensatz zu technischen Verbauungen in der Lage, gleichzeitig vor mehreren Gefahrenprozessen zu schützen. Rund ein Viertel der Wälder im Kanton Bern schützt direkt Siedlungen und wichtige Verkehrswege vor Naturgefahren. Im Oberland ist der Anteil des Schutzwaldes doppelt so hoch; in einzelnen Gemeinden liegt er sogar bei über 90%. Standortverhältnisse im Bereich der Waldgrenze Mit zunehmender Höhe über Meer wird das Klima rauer: Es ist kälter, die Schneebedeckung dauert länger und die Winde sind stärker. Die Vegetationszeit ist im Bereich der Waldgrenze viel kürzer als unten im Tal. Die äusseren Bedingungen wirken sich stark auf die Entwicklung der Pflanzen aus; sie wachsen im Bereich der Waldgrenze deutlich langsamer als unten im Tal. Die neuen Triebe müssen sich während der kurzen Vegetationszeit vollständig entwickeln und vor den ersten Frühfrösten verholzen, damit sie nicht erfrieren. Angepasste Lokalrassen Während der letzten Eiszeit mussten sich die Baumarten in nicht vergletscherte Gebiete in Osteuropa zurückziehen. Die nacheiszeitliche Rückwanderung der Fichte in die Schweiz erfolgte in einer klimatisch günstigen Phase vor 7'500 - 4'800 auf verschiedenen Wegen von Osten und Süden her. Das Berner Oberland erreichte sie vermutlich vor etwa 5'000 Jahren. Die lokal vorherrschenden Wachstumsbedingungen führten vor allem in Extremlagen zu einem grossen Selektionsdruck; überlebt haben nur diejenigen Baumindividuen, die diesen Umweltbedingungen standhalten konnten. So bildeten sich im Verlaufe der Zeit Lokalrassen, die ihre Eigenschaften an die Folgegenerationen vererbten. Kantonale Forstbaumschule Kleiner Rugen Der weitaus grösste Teil der Schutzwälder verjüngt sich natürlich; auf Standorten mit ungenügender Naturverjüngung hingegen und in Hochlagenaufforstungen müssen die jungen Pflanzen gesetzt werden. Diese können nur dann überleben, wenn sie den extremen Standortverhältnissen angepasst sind. Aus diesem Grund betreibt der Kanton Bern seit den 1950er-Jahren eigene Pflanzgärten. Die Forstbaumschule am Kleinen Rugen in Matten bei Interlaken hat sich auf die Nachzucht von Forstpflanzen für hohe Lagen spezialisiert. Mehr zum Thema www.be.ch/forstbaumschulen