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Immer wieder haben Expert*innen vor der regionalen Ausweitung der Kriege in Nahost gewarnt. Nun ist sie eingetreten. Die Angriffe der USA und Israels auf Iran haben einen Krieg entfacht, der mittlerweile fast alle Länder der Region betrifft. Das iranische Regime kämpft ums Überleben und setzt dabei auf Flächenbrand: Iranische Raketen und Drohnen richten sich nicht nur gegen Israel und US-Militärstützpunkte, sondern auch gegen zivile Ziele in der Golfregion. Auch die Hisbollah im Libanon ist in den Krieg eingetreten und beschießt den Norden Israels. Israel wiederum reagiert mit umfangreichen Militärschlägen und behält sich eine Bodenoffensive im südlichen Libanon vor. Ein Ende des Krieges ist derzeit nicht in Sicht. Noch hält sich das iranische Regime und zeigt keinerlei Bereitschaft Zugeständnisse zu machen. Die USA und Israel scheinen trotz ihrer militärischen Dominanz keine klare Strategie zu verfolgen. Trump und Netanjahu hoffen offenbar, den Krieg auch innenpolitisch für sich nutzbar zu machen. Je länger die Kämpfe jedoch anhalten und steigende Preise sowie unterbrochene Lieferketten den Welthandel belasten, desto schwieriger dürfte es werden, diesen Krieg in den USA und Israel als Erfolg zu verkaufen. Währenddessen leiden die Menschen in Iran, Israel, dem Libanon und den Golfstaaten unter dem massiven Raketenbeschuss. Hunderttausende wurden im Libanon bereits durch die Kampfhandlungen vertrieben, im Westjordanland schreitet die de-facto-Annexion zügig voran und der Gazastreifen ist erneut komplett abgeriegelt. Gemeinsam mit unseren Büroleitungen aus der Region und aus Washington wollen wir diskutieren, wie sich der Krieg auf die unterschiedlichen Länder und Gesellschaften des Nahen Ostens auswirkt: Wie leben die Menschen mit dem Krieg? Welche Auswirkungen haben die aktuellen Kampfhandlungen auf progressive Zivilgesellschaftsarbeit in der Region? Welche politischen und wirtschaftlichen Folgen sind zu erwarten? Was treibt die derzeitige US-Politik im Nahen Osten an? Welche Rolle kommt Europa und Deutschland in diesem Konflikt zu? Mit: Ofer Waldman, Büroleitung Tel Aviv - Israel, Heinrich-Böll-Stiftung Kristian Brakel, Büroleitung Beirut - Libanon, Syrien, Irak, Heinrich-Böll-Stiftung Paul Kohlenberg, kommissarische Büroleitung Washington, D.C. - USA, Heinrich-Böll-Stiftung Aljoscha Albrecht, Büroleitung Ramallah - Palästina und Jordanien, Heinrich-Böll-Stiftung Bente Scheller, Referatsleitung Nahost und Nordafrika, Heinrich-Böll-Stiftung Moderation: Layla Al-Zubaidi, Leiterin Internationale Themenreferate, Heinrich-Böll-Stiftung