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Wer schon intensiv mit ChatGPT gearbeitet hat, merkt schnell, dass Künstliche Intelligenz ein weitaus angenehmerer Gesprächspartner sein kann als viele Mitmenschen. Es ist auch nicht mehr weit hin, dass ihr durch Roboter mit humanoider Form und Stimmenimitation ein menschliches Antlitz verliehen wird. Selbst wenn diese KI letztlich nur die Simulation eines Gegenübers ist, kann sie für ihren Nutzer wie ein wirkliches Gegenüber wirken. Das Science-Fiction-Szenario, in dem sich ein Mensch in eine Maschine verliebt, ist so gesehen gar nicht mehr so weit weg. Was aber bedeutet das aus Sicht der Philosophie und der Ethik? Welchen Status hat eine Maschine, die für einen Menschen ein personales Gegenüber geworden ist? Welche Regeln brauchen wir – auch um zu vermeiden, dass emotionale Bindungen von Dritten ausgenutzt werden? Und was wäre, wenn doch eines Tages eine KI Bewusstsein erlangt und zum Subjekt wird? Ein Vortrag der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt Gast: Prof. Dr. Marcus Gabriel, Professor für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit Markus Gabriel studierte in Hagen, Bonn und Heidelberg. Er war Postdoc in Lissabon und New York, wo er 2008 an der New School for Social Research seine erste Professur antrat. Seit 2009 hat er den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn inne und ist dort seit 2012 Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie. 2017 gründete er das interdisziplinären Center for Science and Thought, dessen Direktor er seitdem ist. Er ist regelmäßiger Gastprofessor an der Sorbonne (Paris 1-Panthéon Sorbonne) sowie der New School for Social Research in New York City. Seit 2024 ist er außerdem Senior Global Advisor am Kyoto Institute of Philosophy. Moderation: Philipp Krohn, F.A.Z.