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Der Winter ist vergangen Der Winter ist vergangen, ich seh des Maien Schein, ich seh die Blümlein prangen, des ist mein Herz erfreut. So fern in jenem Tale, da ist gar lustig sein, da singt Frau Nachtigalle und manch Waldvögelein. Ich geh den Mai zu hauen hin durch das grüne Gras, schenk meinem Buhl die Treue, die mir die Liebste was. Und ruf, dass sie mag kommen, wohl an dem Fenster stahn, empfangen den Mai mit Blumen. Er ist gar wohlgetan. Und als die Allerliebste sein Reden hatt gehört da stand die Traurigliche und sprach zu ihm ein Wort "Ich hab den Mai empfangen mit großer Würdigkeit!" Er küsst sie an die Wangen war das nicht Ehrbarkeit? Er nahm sie sonder Trauern in seine Arme blank, der Wächter auf den Mauern hob an sein Lied und sang: Ist jemand noch darinnen, der mag jetzt heimwärts gehen. ich seh den Tag aufdringen wohl durch die Wolken schön. Ach, Wächter auf der Mauer, wie quälst du mich so hart! Ich lieg in schwerer Trauer, mein Herz leidet Schmach. Das macht die Allerliebste, von der ich scheiden muss; das klag ich Gott dem Herren, dass ich sie lassen muss. Ade, mein Allerliebste, ade, ihr Blümlein fein. Ade, schön Rosenblume, es muss geschieden sein, bis das ich wiederkomme, sollst du die Liebste sein. Das Herz in meinem Leibe das ist ja allzeit dein. Text: Volksweise 1537, Musik: Volksweise 1600 Idee/Konzeption/Gestaltung/Gesang/Klavier/"Flöten"/Video/Schnitt: Ulla Teuscher © 2021 Bestandteil des Stipendiums „IM FOKUS – 6 Punkte für die Kultur“ der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur Der Text des Liedes zur Begrüßung des Frühlings geht zurück auf eine niederländische Handschrift aus dem Jahre 1537 und eine Melodie aus dem Lautenbuch des Joh. F. Thyius, das um 1600 erschien. Hoffman von Fallersleben hat das ursprünglich niederländische Lied Mitte des 19. Jahrhunderts nach Deutschland geholt, populär wurde es jedoch erst nach 1877 durch die Übersetzung des Volksliedforschers Hans Magnus Böhme. Quelle: www.lieder-archiv.de