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Ein ganz gewöhnlicher Mord stammt aus dem Jahr 1973 und die 26. Folge der Tatort-Reihe. Der Film, eine Produktion von Radio Bremen, wurde am 4. Februar 1973 im Deutschen Fernsehen uraufgeführt. Friedhelm Sacher, ein Handelsvertreter in Damenoberbekleidung, ist nach einem guten Geschäftsabschluss noch auf der Suche nach ein wenig geselliger Unterhaltung, um der Einsamkeit seines Hotelzimmers zu entkommen. Da es schon zu spät war, konnte Sacher die Tageseinnahmen von mehreren tausend D-Mark nicht auf die Bank bringen. Er hat die Summe deshalb in der Brieftasche bei sich. In der Bremer Bahnhofsgaststätte lernt er drei Männer kennen: Michael Puczek, Gelegenheitsarbeiter, Kurt Westhoff, abgeheuerter Seemann, und Wolfgang Henning, Aushilfskellner. Sacher versteht sich auf Anhieb mit ihnen – obwohl sie allesamt etwas zwielichtig wirken – nicht zuletzt, weil er sich an diesem Abend außerordentlich spendabel zeigt. Der Alkohol fließt in Strömen, und während man zu viert von Lokal zu Lokal zieht, wird die Stimmung immer ausgelassener. Anderntags wird Friedhelm Sacher tot und beraubt am Ufer eines Sees aufgefunden. Damit beginnt die zermürbende Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei um Hauptkommissar Böck. Sachers Identität bleibt zunächst unklar, weil er keinerlei Papiere bei sich hat und in der Gegend nicht bekannt ist. So bleibt den Beamten nur, ein Bild des Toten zu veröffentlichen und auf Zeugen zu hoffen. Erst nach und nach melden sich Personen, die sich an Sacher und seine Begleiter erinnern, deren Aussagen aber zunächst noch keinen Durchbruch bringen („Können Sie die anderen drei beschreiben?“ – „Ja, es waren drei, nicht?!“). Die Spuren führen nach weiteren beschwerlichen Ermittlungen schließlich zur Festnahme Puczeks, Westhoffs und Hennings. Obwohl der exakte Tathergang nicht rekonstruiert werden kann, da sich die drei jeweils gegenseitig beschuldigen, werden alle drei Tatbeteiligten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Dieter Wedel drehte den Film mit nahezu derselben Besetzung wie den Semmeling-Dreiteiler Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims aus dem Jahr 1972. Auch das für Dieter Wedels Filme charakteristische Stilmittel der direkten Ansprache des Zusehers durch die Darsteller an der eigentlichen Handlung vorbei wird in Ein ganz gewöhnlicher Mord konsequent fortgeführt. Wedel legte Wert auf eine detaillierte Darstellung der mühsamen ermittlerischen Kleinarbeit unter hinderlichen Umständen wie unklarer Spurenlage oder mangelnder Mobilität aufgrund zu weniger Dienstfahrzeuge. Wie in fast allen seinen Filmen hat Regisseur Dieter Wedel auch hier einen Cameo-Auftritt, diesmal als Begleiter von Frau Sacher. Nur ein einziges Mal kam Kommissar Böck zum Einsatz – und das mit Wucht: Dieter Wedels Bremer „Tatort“-Debüt schildert einen Mord nach einem durchzechten Abend, der allmählich in seinen sozialen Dimensionen aufreißt. Die Folge galt als handwerklich stark, aber düster und betont realistisch – inklusive Crossover mit Kommissar Veigl aus München. Einen kuriosen Gastauftritt hatte „Tagesschau“-Sprecherin Dagmar Berghoff als „Tippfräulein“. Premiere: 4. Feb. 1973 auf Deutsches Fernsehen Besetzung: Hans Häckermann: KHK Walter Böck Günter Strack: Friedhelm Sacher Hans Brenner: Michael Puczek Peter Schiff: Kurt Westhoff Volker Eckstein: Wolfgang Henning Brigitte Grothum: Dagmar Freidank, Polizeireporterin Fritz Lichtenhahn: Dr. Fritz Jasmers, Staatsanwalt Dagmar Berghoff: Fräulein Schäfer, Böcks Sekretärin Til Erwig: Kullmann Hans Helmut Dickow: Siedhoff Franz Rudnick: Wölbel, Beamter der KTU Antje Hagen: Antje Sacher Herbert Mensching: Dr. Dieter Rasche, Verteidiger Uwe Dallmeier: Hans Schinowsky Rainer Basedow: Schneider Ursula Dirichs: Fräulein Seifert Edgar Bessen: Jochen Cordes Gert Burkard: Burkard Bernd Wiegmann: Renée Hepp: Pensionswirtin Irmgard Riessen: blonde Zeugin Hans-Joachim Nickig: Gegenüberstellung Nr. 10 Heinz Ulrich: Günter Siebert: Gerichtsmediziner Malte Petzel: Ilona Schütze: Stefan Matousch: Bahnhofswirt Karl-Heinz von Hassel: Kriminalbeamter Hubert-Paul Mittendorf: Schießbudenbesitzer Herbert Leonhardt: Gustl Bayrhammer: Oberinspektor Veigl Die Playlist mit allen Tatorten im "Giftschrank": • Der Tatort - Giftschrank