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Abiturrede 2013.... Aber zum Thema: Ich kann heute durchaus mit Stolz verkünden, dass mehr als fünfzig fabrikneue Abiturienten der Bootsklassen Naturwissenschaftler, Sprachler und Gesellschaftswissenschaftler in Bälde vom Stapel laufen werden. Die traditionelle Sekttaufe soll am heutigen Abend vollzogen werden. Doch wie wird so ein Abiturient, dieses Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst, überhaupt produziert? Exklusiv gestatten wir Ihnen hiermit einen Blick hinter die Kulissen, auf die Werkbank des Erfolgs. Als Spezialist für Härtefälle arbeitet unser Betrieb seit geraumer Zeit nach dem Prinzip Hoffnung. Bevor sie als see- und studientüchtig gelten, müssen sich unsere Abiturienten dreizehn lange Jahre auf der Vorstufe zur Leistungsgesellschaft Gesellschaft leisten. Unsere Carl-Maria-von-Weber-Werft übernimmt neun Jahre dieses aufwändigen Aufbau- und Schleifprozesses. Architektonische Zwischenstadien wie die Pubertät, in der viele unserer Abiturienten neu lackiert wurden, sollen im Folgenden ausgespart werden. Für den Dreizehner-Jahrgang unterteilt man den Bauvorgang nämlich prinzipiell in Orientierungs-, Mittel- und Oberstufe. Der Name „Stufe" sagt es ja, so ein Abiturient kann schon mal stolpern, bevor er auf den Markt kommt. Tatsächlich sortierten unsere leitenden Architekten - im Folgenden „Lehrer" genannt -- einige durchaus taugliche Exemplare aus, die Gründe dafür waren verschieden, verkleinerten den Jahrgang jedoch stetig. Jedenfalls dünnte der Jahrgang trotz einiger weniger Neuzugänge ähnlich schnell aus wie das Haupthaar diverser Lehrkräfte, zumindest bei Letzterem könnte die Abiturienten eine Teilschuld treffen. Um tatsächlich für Abiturientenqualität zu bürgen, führten wir in teils weltfremden Bewertungskategorien willkürliche Leistungsüberprüfungen durch, die wir zunächst „Klassenarbeiten", später dann „Klausuren" nannten und die es uns ermöglichten, jedes Individuum effektiv auf eine Zahl zu reduzieren. Hierbei überzeugten unsere Schützlinge vielfach durch den rücksichtslosen Konsum von stapelweise Faktenwissen, Hirn reicherte sich in den Köpfen an. Zudem betrauten wir unsere angehenden Abiturienten mit regelmäßigen Upgrades ihrer intellektuellen Kapazität, den so genannten „Hausaufgaben". Offenbar unterlief uns dabei jedoch ein Flüchtigkeitsfehler, die Software leistete dem Befehl zwar stets Folge, konnte die Wortbestandteile „Hau" und „Gab" allerdings ab einem gewissen Entwicklungsstand nicht mehr verarbeiten. Unsere Abiturienten erlernten etwa sechs bis achtmal die Konjunktivregeln und nahmen besonders die Ersatzform mit Würde. Als Ritter der Tafelwerke begaben sie sich zudem in den mathematischen Gefilden auf die Suche nach dem heiligen Inte-Gral. Ja, bei uns in der Werft wird Humor großgeschrieben, denn es ist ein Hauptwort. In Spezialdisziplinen erfuhren sie zudem beispielsweise, dass Chemie Leben ist, der Bonobo eigentümliche Versöhnungsrituale besitzt und das Programm GeoGebra den Menschen eines Tages ersetzen wird. Trotz diverser Klagen wegen Lernbelästigung hielten wir diesen Kurs bis zur letzten Qualitätsabnahme, dem so genannten Abitur, problemlos durch. So ein Abitur, müssen sie wissen, ist eine den Umständen entsprechend menschenverachtende Quälerei, die zu exzessivem Traubenzuckerkonsum anregt und die nur die intellektuelle Speerspitze unserer Gesellschaft -- also wir -- unbeschadet überlebt. Wir -- als renommierte Europa-Werft -- verstehen uns natürlich auch als Produzent schöner Erinnerungen. So verfügt der Standard-Abiturient über hochauflösende Premium-Erinnerungen an diverse Kursfahrten nach Rom, Barcelona oder Südtirol, Klassenausflüge von kulturellem Mehrwert oder sportliche Aktionstage, Stichwort SnowDome und Gomorrha. Den wirklichen Feinschliff, der so einen Abiturienten dann aber ausmacht, erfährt dieser aber abseits der skizzengetreuen Wissensvermittlung. Sie haben im alltäglichen Unterrichtsgeschehen in einer Form der losen Gemeinschaft zueinandergefunden und Sie haben Freundschaften geknüpft und zerbrochen, sie haben Interessen und Desinteressen entwickelt und sie haben fürs Leben gelernt, auch, wenn im Lehrplan steht, dass das eigentlich nicht passieren sollte. Kurze Begriffsklärung zum Lehrplan, dabei handelt es sich faktisch um einen ausgedienten Kniffelzettel, auf den das in Kiel ansässige Plenum Für Unfähigkeit Sowie Chaotisches Hinterwäldlertum, kurz PFUSCH, so Sachen kritzelt wie „ein Naturwissenschaftler darf keinen Biologieunterricht haben" oder „Profile sind eine gute Sache". Dafür kann unsere Werft nichts, aber es ist vielleicht interessant zu wissen.