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Die als »Reigen« betitelten zehn Dialoge des österreichischen Dramatikers und Erzählers Arthur Schnitzler (* 1862, † 1931) werden wegen ihrer angeblichen Unsittlichkeit von der Zensur verboten. Das im Winter 1896/97 geschriebene Werk erscheint ohne Ortsangabe als Privatdruck; die erste Buchausgabe wird 1903 in Wien und Leipzig veröffentlicht. In zehn Dialogen gestaltet Schnitzler die Gespräche von Paaren vor und nach dem Geschlechtsakt. Jede der zehn Personen nimmt mit einem Partner an zwei »davor« und »danach« geführten Gesprächen teil, bis sich beim Zusammentreffen der letzten mit der ersten Person der »Reigen« schließt. Die zehn Personen entstammen den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten: Dirne und Soldat, Soldat und Stubenmädchen, Stubenmädchen und junger Herr, junger Herr und junge Frau, junge Frau und Ehemann, Ehemann und süßes Mädel, süßes Mädel und Dichter, Dichter und Schauspielerin, Schauspielerin und Graf, Graf und Dirne. Je nach Person und Umständen des Zusammentreffens unterscheiden sich die Dialoge, in denen Schnitzler Verhaltensklischees vorführt. Der formalen Gleichheit der Situationen entspricht eine substanzielle: die völlige Abwesenheit von Liebe, von jeder menschlichen Beziehung, die über den rein sexuellen Kontakt hinausgeht. Zum Stück: „ Er war einer der größten Theaterskandale aller Zeiten: Arthur Schnitzlers 1920 in Berlin uraufgeführter "Reigen", der zehn Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten in einem erotischen Bäumchen-wechsel-dich-Spiel paarweise aufeinandertreffen und die sozialen Unterschiede unter der Gewalt des Sexus verschwinden lässt. Es ging Schnitzler um die "unerbittliche Mechanik des Beischlafs". Es geht ums Davor und Danach. Kleider machen Leute, aber legt man die Hüllen ab, fällt mit ihnen auch der Stand. Wie beim Sterben. Anspielungen auf Totentanz-Darstellungen sind im "Reigen" omnipräsent, die Sehnsucht nach dem, was der Autor bewusst ausklammerte, nach der wahren Liebe und dem wahren Leben nämlich, ebenso. Der "Reigen" ist ein starkes Stück.“ (nachtkritik) "Geschrieben hab ich den ganzen Winter über nichts als eine Scenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, … aber, nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Theil unsrer Cultur eigentümlich beleuchten würde" (A. Schnitzler über "Reigen", 1897) In der Inszenierung erarbeitete das Ensemble des Studierendentheaters der Uni Halle eine eigene szenische Fassung des REIGEN. Mit Unterstützung der Choreographin Ellen Brix wurde ein Karussell erarbeitet, welches den wahren Irrsinns des Begegnens von zwei Menschen modern und aktuell zum Thema macht! Inszenierung: Tom Wolter Choreographische Mitarbeit: Ellen Brix Kostüme: Lara Manipoud Musikalische Leitung: Samuel Mager Assistenz: Nicole Tröger Textfassung: Ensemble Grafik: Jörn Rohrberg Technik: Sebastian Schachtner Foto: Roman Diller Videomitschnitt: Matthias Reger Es spielen und musizieren die Mitglieder des Studententheater: Ada Biljan, Luise Bogdanski, Maren Braun, René Braun, Josi Breuer, Mandy Bürger, Jan Fankhänel, Julie Guigonis, Nadine Kradorf, Samuel Mager, Niklas Stellbrink, Julian May- Johann, Christoph Minkenberg, Anja Mischutin, Anton Moerstedt, Lena Muehl, Dorothea Piehl, Clara Röttger, Elena Stuke und Nicole Tröger (Zweitbesetzung: Özge Nasa und Alexander Tran Viet Anh) Vorstellungen: Premiere am 9.12.2015, 20.30 Uhr im Luchsus. Bühne am Zoo REIGEN wird präsentiert von Wolter und Kollegen! Das Studierendentheater der Universität Halle wird im Auftrag der Martin- Luther - Universität Halle - Wittenberg realisiert vom Theaterverein Wolter und Kollegen e.V. Karten und weitere Info unter www.wolter-und-kollegen.de und Informationen unter www.coll-music.uni-halle.de/studententheater