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Dieser Buchdialog ist kostenlos. Wenn du jede Woche weitere Buchdialoge zu relevanten Sachbüchern erhalten möchtest, abonniere uns kostenfrei (https://www.buchdialoge.de/subscribe) . Das im Jahr 2011 erschienene Werk von Rolf Dobelli avancierte schnell zum Bestseller und prägte die populärwissenschaftliche Debatte über menschliches Entscheidungsverhalten nachhaltig. Dobelli, selbst Unternehmer und Autor, trägt darin Erkenntnisse der kognitiven Psychologie und Verhaltensökonomie zusammen, um aufzuzeigen, dass wir systematisch unvernünftig handeln. Das Buch „Die Kunst des klaren Denkens“ wirkte wie ein Weckruf für Manager, Investoren und die breite Öffentlichkeit, indem es die „kalte Theorie der Irrationalität“ populär machte: Unser Gehirn ist nicht defekt, sondern für eine Welt optimiert, die es so nicht mehr gibt. 3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch Diese Aspekte helfen zu verstehen, warum unser Gehirn uns oft Streiche spielt: Irrationalität folgt einem System: Wir irren nicht zufällig, sondern vorhersehbar. Denkfehler sind systematische Abweichungen zur Rationalität. Da wir oft in dieselbe Richtung falschliegen (z. B. Überschätzung des eigenen Wissens), sind diese Fehler prognostizierbar und teilweise korrigierbar. Evolutionäres Erbe in der Moderne: Unser Gehirn ist biologisch noch auf das Leben als Jäger und Sammler programmiert. Verhaltensweisen, die vor 10.000 Jahren überlebenswichtig waren (wie sofortige Aktivität statt Nachdenken oder das Folgen der Herde), führen in der modernen, komplexen Welt oft zu Fehlentscheidungen. Die Illusion der Kontrolle und des Erfolgs: Wir leiden massiv unter dem Survivorship Bias und der Kontrollillusion. Wir sehen nur die Gewinner (die „Überlebenden“) und überschätzen unsere Chancen dramatisch, während wir den riesigen „Friedhof“ der Gescheiterten ignorieren. Zudem glauben wir, Dinge steuern zu können, auf die wir faktisch keinen Einfluss haben. Für wen ist das Buch besonders interessant? Entscheidungsträger und Manager, die teure Fehlentscheidungen in Unternehmen vermeiden wollen und verstehen müssen, warum Gruppen oft dümmer entscheiden als Einzelne (Groupthink). Investoren und Anleger, die sich vor Börsen-Mythen, Panikverkäufen und der eigenen Selbstüberschätzung (Overconfidence) schützen wollen. Jeden, der sein eigenes Denken schärfen will, um sich gegen Manipulation durch Werbung, Medien und Autoritäten zu wappnen. Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst Das Erbe der Savanne Der Kern von Dobellis Argumentation ist das Verständnis, dass Denken ein biologisches Phänomen ist. Unsere Intuition ist darauf ausgelegt, das Überleben in kleinen Gruppen in der Natur zu sichern, nicht um Aktienkurse zu bewerten oder globale Politik zu verstehen. Ein zentrales Thema ist die Unterscheidung zwischen intuitiven und rationalen Entscheidungen. Während intuitives Handeln (z. B. Social Proof – das Tun, was alle tun) früher vor dem Säbelzahntiger rettete, führt es heute dazu, dass wir Blasen an der Börse erzeugen oder unsinnigen Trends folgen. Dobelli zeigt auf, dass wir Kausalitäten sehen, wo keine sind, und Geschichten erfinden (Story Bias), um uns die komplexe Welt erklärbar zu machen, obwohl die Realität oft chaotisch und zufällig ist. Von toten Pferden und teuren Irrtümern Das Buch liefert konkrete Aha-Momente anhand von 52 Denkfehlern. Ein klassisches Beispiel ist die Sunk Cost Fallacy: Wir halten an Projekten, Aktien oder Beziehungen fest, nur weil wir bereits viel investiert haben – ein irrationaler Versuch, konsistent zu erscheinen, obwohl das Geld oder die Zeit bereits verloren sind. Ein weiteres Augenöffner-Beispiel ist die Swimmer’s Body Illusion: Wir glauben, Schwimmen führe zu einem perfekten Körper, dabei sind Profischwimmer nur deshalb Profis, weil sie diesen Körperbau schon mitbringen (Selektionskriterium vs. Ergebnis). Ebenso warnt Dobelli vor der Reziprozität: Wir lassen uns durch kleine Geschenke korrumpieren, weil wir die Schuld, etwas zurückgeben zu müssen, kaum ertragen. Besonders im Geschäftsleben relevant ist der Authority Bias: Sobald eine Expertenmeinung im Raum steht, schalten wir das selbstständige Denken ab. Der Weg zur besseren Entscheidung Dobelli plädiert nicht dafür, die Intuition komplett zu verteufeln. Bei unwichtigen Entscheidungen (z. B. der Wahl einer Suppe) lohnt sich der Aufwand des rationalen Denkens nicht. Aber wenn es um „die Wurst geht“ – also große finanzielle oder lebensverändernde Entscheidungen –, sollten wir unserer Intuition misstrauen und Checklisten nutzen. Wir müssen lernen, alternativen Pfaden Beachtung zu schenken (was hätte alles passieren können?) und uns bewusst machen, dass Erfolg oft mehr mit Glück als mit Können zu tun hat. Das Ziel ist nicht, völlig fehlerfrei zu werden, sondern die schwerwiegendsten Denkfallen zu erkennen, bevor sie Schaden anrichten. Wie Dobelli es formuliert: Wir brauchen keine zusätzliche Genialität, oft reicht es, Dummheiten zu vermeiden (Via Negativa). ...