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Eine moderne Folk-Rock-Neufassung von „Der Traum des John MacDonnell“, nach dem irischen Gedicht von James Clarence Mangan. Diese Vision erzählt von Erin – der geistigen Gestalt Irlands – von Exil, verlorener Größe und bleibender Sehnsucht. Historische Dichtung trifft auf zeitgenössischen Folk-Rock-Sound. Alte Worte. Neue Stimme. Irland klingt weiter. 🎵 Liedtext (Deutsche Folk-Rock-Fassung) Ich lag ohne Ruh, alte Schmerzen im Sinn, Die ich vergeblich zu dämpfen gesucht; Wie Geister der Mitternacht zogen sie hin, Dunkle Bilder in wilder Flucht. Da plötzlich – wer stand vor mir im Licht? Eine hohe, helle Gestalt. War sie Traum? War sie Bann? War sie Wirklichkeit? Ein Engel im silbernen Wald? Und Jahre vergingen – doch heute noch Brennt die Erinnerung leise: An ihr ernstes, wächsernes Antlitz doch, An Finger von lichtheller Weise; An Augen, die Welten von Wundern bargen, An Züge voll sanfter Gewalt, Und rabenschwarze, wehende Locken, Die fielen bis tief in den Wald. „Woher kommst du, Geist?“ so fragte ich sie, „Bist du eine der Verbannten?“ Doch kein Wort kam zurück zu mir – Sie schwebte empor und verschwand dann. Ein Leuchten blieb wie ein heiliger Schein Im Raum, den sie eben verlassen; Ich weinte lang – und träumte hinein, Ihr fernes Bild zu erfassen. Zuerst wandt’ ich mich gen Norden hinauf, Zu Gruagachs königlichem Saal; Den Boden kaum rührend nahm ich den Lauf Zu Inver-lough, zum Kiesgestad-Tal; Zum schimmernden Strand der fischreichen Erne, Zu Croghan, golden und alt, Von dessen Palast man hörte so gerne Von Wundern mannigfalt. Ich sah Mourna branden im Wind, Sah Shenadys Mauern stehen; Stand in Ardroe, wo Helden sind, Von grünen Wäldern umwehen; Besuchte den stolzen Bau am Boyne, Hoch über breiten Wassern, Wo Ængus weilt mit Kriegerreih’n Und Ulsters schönsten Töchtern. Zu Mac-Lirs Hallen, zu Creevroe hin, Zu Tara, Erins Zier, Zum Feenpalast auf Cnocfeerin Im blauen Höhenrevier; Vergebens suchte ich Ost und West, Zur Küste und landein; Und Feld wie Fest rief mir zuletzt: „Nur vorwärts führt dein Weg allein!“ Endlich erreichte ich – weiß nicht wie – Ivals königliche Türme, Die unter gewaltiger Felsenmüh Noch ragen trotz aller Stürme. Dort standen Thomonds Fürsten vereint Mit Rüstung, Schwert und Lanze; Und süßer Klang durch die Hallen scheint, Und Mädchen drehten im Tanze. Und dort, auf silbernem Thron im Saal, Halb ruhend und halb erhoben, Mit Stirn so weiß wie Marmormal Und Sternenglanz in den Roben; Mit Zügen, die kein Dichter beschreibt – So süß und so voller Klage – Erschien sie wieder, wie sie verbleibt, Die Schönste aus alten Tagen. „Komm näher“, sagte sie leise zu mir, „Und hör meine alte Geschichte. Ich bin Erin — einst stark hier, Doch mein Glanz zerbrach im Lichte. Meine Priester verjagt, meine Krieger leer Vom Siegeskranz auf der Stirne; Mein Kind, mein Sohn, mein Erbe so sehr Lebt fern in der Fremde — verloren.“ Ich hörte nicht mehr – ich sah nichts mehr – Des Schlummers Bande zerbrachen; Palast und Held und Strom und Meer Verloren sich ohne Sprachen. Gelöst war der Bann von Herz und Sinn, Der Traum zerfiel im Wachen; Doch Trauer wohnt seit jenerhin Und trotzt der Vernunft und ihrem Lachen. 🎬 Credits Text (englische Übersetzung, 19. Jh.): James Clarence Mangan – gemeinfrei Deutsche Fassung & Arrangement: Irish Longing Produktion: Irish Longing © 2026