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Improvisation über ... ab em Guggisbärg1741 Wolfgang Sieber, Grosse Hoforgel St. Leodegar im Hof Luzern Otto von Greyerz: Das alte Guggisberger Lied 'S isch äben e Mönsch uf Ärde Simeliberg und ds Vreneli abem Guggisbärg Und Simes Hansjoggeli änet em Bärg 'S isch äben e Mönsch uf Örde Und I möchte bi-n'ihm si U ma ner mir nid wärde Vor Chummer stirbe n'I U stirbe n'I vor Chummer So leit me mi i'ds Grab I mines Büelis Garte Dert stoh zwöi jungi Böim Dr eini treit Muschgaate Dr andri Nägeli Muschgaate die si süess U Nägeli si räss I gib's mim Lieb z'versueche Das ä mi nie vergäss Ha Di no nid vergässe Ha immer a di dänkt 'Sisch numeh zwöi Jahr vergange Das mi a'Di ha ghänkt Dert unde i dr Tiefi Dert steiht äs Mühlirad Das mahlet nüt als Liebi Bi Nacht und ou bi Tag Das Mühlirad isch broche Und d'Liebi het es Änd Wenn zwöi von enangere scheide De gäh si enangere d'Händ Täglich Hoforgel @ home | ORGELTROST Sprechen oder singen, tanzen oder spielen, lächeln oder schreiben, zeichnen oder beten, sind menscheneigene Tätigkeiten, die eines Werkzeuges bedürfen. In diesem Fall handelt es sich um das Werkzeug Orgel (griech. ὄργανον órganon ), womit Trost - Halt, Zuversicht und Mut - gespendet werden soll. Die Orgel mit ihrer Menge an Keyboards für Zehen und Finger, mit tausenden von Holz- und Metallpfeifen kommt einem Riesenorchester gleich. Sie stellt Feinheiten oder martialische Toccaten gleich hämmernden Schlägereien dar, was immens und erdrückend sein kann! Dass unsere Orgel aus Ägypten herkommend, den Okzident überflutete, dann Amerika aufsuchte und heute vor allem im Fernen Osten neu entsteht… lässt staunen! Gleich unseren Gattungen, wuchsen die Nordeutsche, Spanische, romantische Orgel Frankreichs, gar das Toggenburger Hausörgeli heran. Heute finden wir in der Engelberger Orgel eine Wiener Flöte, in der Hamburger Poppenbüttel-Kirche das Saxophon, in der Luzerner Hofkirche das Alphorn und in Weingarten den Cuculus mit Cymbala. Klänge wie Gattungen mischen sich und es entsteht die neue Welt. Es entstehen neue Orgelkulturen; so, wie sich das Menschenleben weiter entwickelt und eine weltumspannende Spezies sich gegenseitig begegnet, beeinflusst, ansteckt! Mit der unterschiedlichen Titelwahl, aber auch mit den unzähligen Stil- und Klangmitteln versuche ich unser Gemüt zu nähren, beleben, abzulenken. Dabei ist die Grosse Hoforgel eine geduldige, leidenschaftliche Partnerin und erhält – dank dem prächtigen Hof-Klang-Raum – eine weite, gar himmlische Dimension. Die Palette der Liedtitel ist farbig, so farbig wie die unzähligen Geschichten einzelner Menschen, welche zu Hause Geduld üben müssen. Das Lied «Zoge-n-am-Bogä» schrieb der ungestüme Berti Jütz, welcher – wie Mani Matter – durch einen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen wurde. In «Ab m Guggisbärg» schmerzt die Liebe so arg wie in Buombergers Dichtung «Munotglöcklein». «Vieni sulla barchetta» beschwört die Hoffnung auf die Norditalienerin Morettina, doch gemeinsam im Leben weiter zu rudern. «Dr Schacherseppli» ist Lebensbeispiel schlechthin und «Am Himmel staht es Sternli z’Nacht» steht für tiefste Sehnsucht. Wenn jeder ORGEL-TROST mit seinen einzelnen Lied-Mümpfelis aus der ach so unbelebten Hofkirche seinen Tropfen auf den Riesenstein der Geduld, der Unsicherheit, der Angst fallen lässt, wird Hoffnung wachsen und das Gute kommen! Wolfgang Sieber | Luzern, im April 2020 ©2020 Pfarrei St. Leodegar Katholische Kirche Stadt Luzern Verein der Orgelfreunde der Luzerner Hofkirche Ruud Bom, Bild & Ton