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„Du sollst dir kein Bildnis machen vom Menschen“, schreibt Max Frisch, denn wir machen uns schuldig, wenn wir die anderen an unserem Bild(nis) messen: Andri wächst in dem Glauben auf, er sei ein jüdisches Findelkind und der Lehrer, sein Pflegevater, habe ihn gerettet vor den „Schwarzen“, einem mächtigen Nachbarvolk Andorras, das Juden verfolgt und tötet. Aber auch in Andorra, einem fiktiven Kleinstaat, ist es mit Rassismus und Vorurteilen gegen Juden nicht weit. Andri wird täglich damit konfrontiert. Er liebt Barblin, die Lehrerstochter und sie liebt ihn. Sie wollen heiraten. Aber da erfährt er, dass er gar nicht der ist, für den ihn der Lehrer ausgegeben hat, vielmehr dessen eigener Sohn. Doch das Bild, dass sich die Andorraner von ihm gemacht haben, ist stärker als Andris wirkliche Identität und wird von ihm so verinnerlicht, dass er es nicht mehr loswird. „Andorra“ – heute einer der wichtigsten Theatertexte der Nachkriegszeit – wurde 1961 am Schauspielhaus in der Regie von Kurt Hirschfeld und in enger Zusammenarbeit mit dem Autor uraufgeführt. Bastian Kraft, 1980 geboren, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen und war danach Regieassistent am Burgtheater Wien, wo er mit ersten Inszenierungen auf sich aufmerksam machte. Sein künstlerischer Durchbruch gelang ihm mit Kafkas „Amerika“ am Thalia Theater Hamburg. Danach entstanden Regiearbeiten u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Schauspielhaus Wien, am Münchner Volkstheater und am Schauspiel Frankfurt. Am Schauspielhaus Zürich waren von ihm u.a. 2012 „Der Steppenwolf“ nach dem Roman von Hermann Hesse und 2015 „Die Zofen“ von Jean Genet zu sehen. Premiere am 4.5.2016 im Schiffbau/Box Regie Bastian Kraft / Bühne Peter Baur / Kostüme Inga Timm / Musik Lars Wittershagen / Video Jonas Link Mit Henrike Johanna Jörissen, Claudius Körber, Susanne-Marie Wrage