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Samstagabend in der Burgruine. Noch wirkt die Lage zwischen den beiden Brutplätzen ruhig. Isolde verlässt ihr Nest zu einem kurzen Ausflug – und zu unserer Überraschung ergreift diesmal sogar der Ganter die Initiative. Zumindest ansatzweise startet er einen Verteidigungsflug gegen die Uhudame. Für Nilgänse ist solches Verhalten nicht ungewöhnlich: Gerade während der Brutzeit reagieren sie oft sehr entschlossen, wenn sich potenzielle Gefahren in Nestnähe zeigen. Um kurz vor sieben fliegt auch Tristan ein. Kurz zeigt er sich oben am Giebel der Ruine, bevor er im großen Turm verschwindet. Etwa zwei Stunden später taucht er wieder auf und macht einen Kontrollflug schräg gegenüber der beiden Nester. Danach steigt er hoch zum Wetterhahn auf dem kleinen Turm und verabschiedet sich von dort zu unbekannten Zielen in die Nacht. Erst um kurz nach zwei wird auch Isolde wieder aktiv und gönnt sich eine weitere Pause vom Brüten. Eine halbe Stunde nach ihrer Rückkehr erscheint Tristan erneut – diesmal mit einer Beute, die er seiner Partnerin ins Nest bringt. In den frühen Morgenstunden entdecken wir Tristan um kurz vor halb sechs wieder hoch oben auf dem Wetterhahn. Währenddessen startet Isolde vom Nistplatz aus zu einem weiteren Ausflug. Doch diesmal steht ihr der Sinn nicht nach einer Spritztour: Die Nachbarin wird wieder einmal resolut von ihrem Nest vertrieben (5:35). Isolde bleibt anschließend noch eine Weile gegenüber auf der Mauerkrone sitzen. Von dort aus haben auch wir einen Blick ins verlassene Gänsenest – doch noch immer sind keine Küken zu sehen. Selbst bei großzügiger Berechnung müsste eigentlich spätestens heute etwas schlüpfen. Wenn nicht, stehen die Chancen auf Nachwuchs wirklich schlecht. Kurz darauf verabschiedet sich Tristan vom Wetterhahn. Isolde schwebt wieder zu ihrem Nest hinab und trägt noch schnell eine der dort liegenden Ratten fort. Der Uhu-Mann kehrt anschließend noch einmal zu einem kurzen Besuch zurück: zuerst hoch oben auf der Mauer, dann in sein kleines Turmzimmer. Währenddessen ist auch die Gans wieder zu ihrem Gelege zurückgekehrt und setzt sich erneut auf die Eier. Der Tag bricht an, und mit dem ersten Licht kehren die Dohlen von ihren Schlafplätzen zurück in die Ruine. Sie umkreisen den Turm der Burg im blauen Morgenlicht – lautstark und geschäftig wie jeden Tag. Und während die Ruine langsam erwacht, bleibt eine Frage weiterhin offen: Wird sich im Gänsenest doch noch Leben zeigen – oder ist diese Brut bereits entschieden? -- Musik: "Beauty of Nature" von Grand_Project, lizensiert unter der Pixabay License -- Infos zum Thema Nilgans/Uhu: Hinter den Livestreams steht viel ehrenamtliche Arbeit mit dem Ziel, Natur sachlich zu dokumentieren und erlebbar zu machen – nicht, einzelne Arten deklassieren. Abwertende Formulierungen gegenüber Tieren passen nicht zu diesem Ansatz. Konkurrenz, Stresssituationen und enge Brutplatzverhältnisse sind Teil natürlicher Prozesse. Natur folgt keinen moralischen Kategorien, sondern biologischen Gesetzmäßigkeiten. Die EGE engagiert sich gemäß ihrer Satzung aktiv für den Schutz heimischer Eulenarten und bringt sich fachlich auch in entsprechende Fragen ein. Dieses YouTube-Format dient jedoch in erster Linie der Beobachtung und Einordnung des konkreten Geschehens am Brutplatz. Grundsatzdebatten zu Jagdrecht, Management invasiver Arten oder behördlichen Maßnahmen können und werden hier nicht geführt. Die Moderation erfolgt ehrenamtlich. Weder ist dieser Kanal der geeignete Ort für umfangreiche fach- oder rechtspolitische Diskussionen, noch können wir hier komplexe naturschutzfachliche Strategien im Kommentarbereich verhandeln. Danke für einen respektvollen Austausch. Eine ausführliche fachliche Einordnung der aktuellen Situation findet sich in unserem Tagebucheintrag: 👉 https://egeeulen.de/arena-burgruine/