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Den ganzen Sommer über gab es jeden Dienstag ein kleines Konzert für die Seele, eine gute halbe Stunde Zeit, um zur Ruhe zu kommen, innezuhalten, zu beten. Dieser "OrgelPunkt 12" bildet den Abschluss der Konzertreihe. An der Jehmlich Orgel: KMD Ulrich Meier Geistlicher Impuls: Pfrn. Dr. Mandy Rabe „Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben.“ – Ich liebe diesen Satz, dieses Bekenntnis. „Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben.“ – So beginnt ein Abschnitt im Roman „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier. Diesen Abschnitt habe ich für den heutigen OrgelPunkt ausgesucht, weil er die Stimmung gut einfängt, die Sie hier Woche für Woche beim OrgelPunkt erleben konnten. Eine Stimmung unseres Innersten, unseres Menschseins, die unsere Umgebung, unsere Gesellschaft braucht. Und die darum anhalten soll, Früchte tragen soll in unserem Alltag. „Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz. Ich brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofs und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen. Ich brauche ihn gegen die schrille Lächerlichkeit der Marschmusik. Ich liebe betende Menschen. Ich brauche ihren Anblick. Ich brauche ihn gegen das tückische Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen. Ich will die mächtigen Worte der Bibel lesen. Ich brauche sie gegen die Verwahrlosung der Sprache und die Diktatur der Parolen. Eine Welt ohne diese Dinge, wäre eine Welt, in der ich nicht leben möchte.“ Was für ein Bekenntnis! In dem Roman „Nachtzug nach Lissabon“ sind diese Worte Teil einer Rede, die ein junger Abiturient bei der Entlassungsfeier hält. Persönliche Worte, die beschreiben, was ein Kirchengebäude, was Orgelmusik und die Gemeinschaft betender Menschen bewirkt: Frieden für mich selbst und Sehnsucht nach Frieden für andere. Kaum vorstellbar, dass manche Menschen danach fragen, wozu man eigentlich Kirchen, Orgeln und das Gebet zu Gott braucht. Wir brauchen sie gegen das leere Geplärr, gegen schlichte Parolen von rechts oder von links, gegen das nervöse Schweigen. Wir brauchen sie, um wirklich zur Ruhe zu kommen – um zueinander zu finden und zu Gott. Um Atem zu schöpfen, um uns und unsere Nächsten nicht aus den Augen zu verlieren. Ja, ich möchte nicht in einer Welt ohne Kirchen leben mit ihrer Schönheit, und nicht ohne die Klänge einer großen Orgel. Denn auch sie sind ein Gebet zu Gott. Sie sind ein Widerhall davon, dass der Mensch mehr ist als Essen und Trinken. Sie weisen über uns hinaus und sprechen eine Dimension an, für die Worte oft nicht reichen. Eine Kirche wie unsere Laurentiuskirche und mit ihr ihre Orgel, haben eine Wirkung, die in vielem nicht messbar oder nachweisbar ist, die aber etwas macht mit den Menschen, die sie sehen, die sie betreten, die in ihr verweilen und den Orgelklängen lauschen. Die hier Gott suchen und finden. Da entsteht eine Schwingung, die unser Herz berührt und die von innen her die Welt, die wir um uns wahrnehmen, verändert. Amen