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Violoncello: Lukas Müller Klavier: Andrey Zenin Sergej Prokofjew (1891-1953) schrieb diese Sonate in einer Zeit, in der Musik nicht einfach Musik sein durfte. In der Sowjetunion wurde Kunst politisch bewertet: „verständlich“ oder „unverständlich“, „volksnah“ oder „volksfremd“. Prokofjew - wie auch andere große Komponisten seiner Zeit - geriet unter massiven Druck. Ihm wurde „Formalismus“ vorgeworfen: zu modern, zu kantig, zu wenig gefällig. Vieles wurde eingeschränkt, manches verboten. Dann kam eine Begegnung, die wie ein Licht wirkt: Mstislaw Rostropowitsch. Ein junger Cellist mit unglaublicher Energie. Rostropowitsch begeisterte Prokofjew, spielte ihm vor, fragte nach, drängte, inspirierte. Prokofjew komponierte diese Sonate in enger Zusammenarbeit mit ihm - und man spürt das: Hier schreibt jemand nicht für „ein Instrument“, sondern für eine Persönlichkeit, für eine Stimme. Die Uraufführung fand 1950 im Moskauer Konservatorium statt - mit Rostropowitsch am Cello und Swjatoslaw Richter am Klavier. Diese Konstellation sagt schon viel: zwei starke Musikerpersönlichkeiten, die nicht schmücken, sondern Wahrheit suchen. (Live-Mitschnitt eines Beitrags des Konzertes "Barock bis Moderne" vom 31. Januar 2026 in der neuapostolischen Kirche in Ilmenau.)