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Klosterruine Paulinzella

Kloster Paulinzella - Glaube, Forst und Monarchie Die ehemalige Klosterkirche Paulinzella, Zeugnis der Hirsauer Baukunst, zählt zu den bedeutendsten romanischen Sakralbauten in Mitteldeutschland. Begründerin des Klosters war die sächsische Adelige Paulina, die vermutlich als Tochter Morichos, eines einflussreichen Höflings am Hofe des Markgrafen von Meißen um 1060 geboren wurde. Unser heutiges Wissen über sie stammt aus der „Vita Paulinae“, die der hirsauer Mönch Sigeboto Mitte des 12. Jahrhunderts im Duktus einer Heiligenschrift verfasste, um die Klostergründung durch Paulina nach deren Tod als eine beispielhafte Stiftungstat hervorzuheben. Doch das religiöse Leben war ihr nicht vorherbestimmt. Erst nach dem Tod ihres zweiten Mannes widmete sie vollends dem Glauben. Die Witwe zog etwa 1102 mit einem kleinen Frauenkonvent in den Thüringer Wald und gründete dort wenig später das Doppelkloster Marienzelle. Der männliche Teil des Konvents wurde mit Benediktinermönchen aus dem Kloster Hirsau besetzt, wohin sich auch ihr Vater nach dem Tod seiner Frau, Paulinas Mutter, zurückgezogen hatte. Im weiblichen Teil des Stifts lebten u.a. Adlige aus der Region. 1106 bekam Paulina die päpstliche Genehmigung zur Klostergründung. Noch zu ihren Lebzeiten wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Die Fertigstellung erlebte sie nicht mehr, denn sie starb bereits 1107. Einige Jahre später sollten ihre Gebeine aus einer kleinen steinernen Kapelle, von der es keine Überreste mehr gibt, in die Klosterkirche umgebettet werden. Ab diesem Zeitpunkt verdrängte der Name „Paulinzella“ den ursprünglichen Klosternamen Marienzelle. Traditionell von Osten im Chorbereich beginnend wurde die Kirche zwischen 1105 und 1160 aus dem umliegend vorhandenen Bundsandstein errichtet. Ganze Steinblöcke wurden zur Klosterkirche transportiert und erst vor Ort behauen. 1124 erfolgte die Weihe der Klosterkirche zu Ehren der Jungfrau Maria, Johannes des Täufers und Johannes des Evangelisten. Architektonisch fand man dabei Vorbild im Mutterkloster Hirsau, was an den Baudetails bis heut ablesbar ist. Südlich der Kirche entstand der Kreuzgang mit den übrigen Klostergebäuden. Auch der sog. Zinsboden stammt aus dieser Zeit. Er wurde später zum Speichergebäude umgebaut und ist bis heut erhalten. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und gelangte in den Besitz der Grafen von Schwarzburg. Diese wandelten die Anlage in eine Domäne um, richteten ein großes Amtshaus ein und bauten eines der alten Klostergebäude in ein Jagdschloss um. Über lange Zeit diente das Kloster als Steinbruch. Nicht nur im Jagdschloss vor Ort, sondern z.B. auch im Schloss in Gehren wurden Steine der Klosterkirche verbaut. Schließlich war behauener Stein ein wertvoller und schwerlich zu beschaffender Baustoff. Mehr Infos auf https://www.thueringerschloesser.de/o... Das Video ist eine Produktion von neuproduction

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