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Eine sichtbare Wende, den Rückgang der Artenvielfalt in Deutschland endlich zu stoppen, ist trotz Naturschutz nicht zu erkennen. Warum hält der Rückgang vieler Arten weiter an, obwohl es in Deutschland doch so viele Schutzgebiete gibt? Wir haben heute in Deutschland nur noch 20 % so viel „Vogelmasse“ wie 1850. Das ist ein Verlust von 80%. Und bei den Insekten ist es noch schlimmer: Verlust von 80% allein in den letzten 30 Jahren. Das Rebhuhn ist in Europa seit 1980 um 93% zurückgegangen. Der Kiebitz ist in Deutschland seit 1980 um 93% zurückgegangen. Perlmuttfalter und Scheckenfalter sind lokal ganz verschwunden. Der Bioptop Wald hat in Deutschland seit 200 Jahren stetig zugenommen: Deutschland ist heute das waldreichste Land Mitteleuropas. Aber nicht die Wälder, sondern die mageren Grünlandhabitate Mitteleuropas zählen zu den artenreichsten Ökosystemen. Diese gilt es zu schützen. Drei Fünftel der 436 europäischen Tagfalterarten nutzen Trockenrasen als wichtigsten Lebensraum. Um das zu verstehen, welche Habitate die Fauna und Flora in Deutschland braucht, müssen wir weit ins Pleistozän zurückgehen. Die Mammut-Steppe der Glaziale war besonders artenreich. Eher waren die Warmzeiten der Interglaziale eine Überlebens-Bedrohung für viele Tagfalter-Arten, weil sich in den Interglazialen die Wälder ausbreiteten; aber die Tagfalter Mitteleuropa sind überwiegend Steppenarten. Z.B. hatte der Apollofalter in den kalten Glazialen bessere Lebensbedingungen als in den warmen Interglazialen. In den Interglazialen wurden die Steppen durch den Vegetations-Fraß der Großsäuger (Megaherbivoren) erhalten. Aber vor ca. 35 000 Jahren hat Homo sapiens die meisten Großsäuger ausgerottet, und es wäre im Holozän zum Verschwinden der Steppen und ihrer Aerrtenvielfalt gekommen, hätte der Mensch nicht die Rolle der Großsäuger des Pleistozäns übernommen und durch Siedlungen, Brandrodungen, Ackerbau und seinem Vieh die Steppenflächen erhalten. Erst seit Mitte des vorigen Jahrhunderts kam die große Wende, und das Artensterben ereichte eine drastische Gescheindigkeit, weil die Landnutzungsflächen gleichförmig gemacht wurden und die nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen durch Euitrophierung (Stickstoff-Regen) und mangelnde Nutzung immer weiter vergrasen und verbuschen. Man muss unterscheiden zwischen der Art und Weise der historischen Nutzung der Landschaft gegenüber der Art und Weise der heutigen Nutzung der Landschaft. Die historische Nutzung der Landschaft hat Störstellen geschaffen: sie hat die Landschaft heterogen (= ungleichförmig) gemacht, und genau das hat den Artenreichtum erhöht. Die heutige Nutzung der Landschaft beseitigt Störstellen und homogenisiert die Landschaft, und genau das vernichtet die Arten. Was kann man machen? Aber wir können das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen; das wäre völlig wirklichkeitsfremd: Schäfer und Schafe können niemals wieder flächendeckend eingesetzt werden. Es wäre völlig wirklichkeitsfremd zu erwarten, dass mit Sense und Sichel wieder Kaninchenfutter von den Wegrändern entnommen wird. Wir können auch nicht die Groß-Herbivoren wieder zum Einsatz bringen, um die Wälder offenzuhalten. Etwa in der Eifel wieder Wisente auszuwildern, damit diese die Landschaft zur Erhaltung der Schmetterlings-Habitate offenhalten, ist völlig unvorstellbar. Solche Ideen haben mit einer realistischen Artenschutz-Planung nichts zu tun. Wir können auch den Stickstoff-Ausstoß durch Landwirtschaft, Industrie und Verkehr nicht wieder so weit zurückschrauben, dass wieder karge Offen-Landschaften entstehen. Wir können zur Erhaltung der Biodiversität keine musealen Landschaften wieder herstellen. Wir müssen umdenken und ins Auge fassen, die verlorenen Habitate für bestimmte Zielarten auf ausgewiesenen begrenzten Flächen mit technischen Mitteln geplant wieder herzustellen. Völlig ohne Absicht, damit bedrohten Arten wieder Lebnsraum zu schaffen, haben Flughäfen, Rohstoff-Abbau-Flächen oder Truppenübungsplätzen solche Habitate geschaffen. Hier findet man heute oft mehr bedrohte Arten als in manchen Naturschutzgebieten. Solche Flächen gilt es, für bestimmte Zielarten nun absichtlich künstlich herzustellen. Dazu brauchen wir die Zusammenarbeit mit den Land- und Forstwirten: Wir brauchen ihr „know how“, und wir brauchen ihr Gerät. Es bringt politisch und diplomatisch nichts, wenn Naturschützer unentwegt die Landwirte verdammen. Man muss sich nur mit ihnen verständigen, und man muss sie für die Herstellung von Habitaten bezahlen. Aber das ist kein Naturschutz. Es ist Habitat-Management zum Zwecke der Erhaltung oder Wiederansiedlung aussterbender Arten. Aber solche Maßnahmen laufen dem Willen der Bevölkerung zuwider. Die Mehrheit der Bevölkerung will lieber „unberührte Natur“ und „Wildnis“ und damit Wald. Damit ist eines sicher: Wir werden in den kommenden Jahrzehnten in Deutschland weitere Arten verlieren.