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In der kleinen Ortschaft Großenwiehe im Kreis Schleswig-Flensburg hat sich ein innovatives Konzept der geteilten Mobilität etabliert: das Dörpsmobil. Bei diesem ehrenamtlich verwalteten Dorfgemeinschaftsauto handelt es sich um ein elektrisch betriebenes Fahrzeug, das von den Mitgliedern eines lokalen Vereins per App geteilt wird. Das Projekt, das es inzwischen 40 Mal in ganz Schleswig-Holstein gibt, zeigt, wie nachhaltige Mobilität auch im ländlichen Raum funktionieren kann. Ein Konzept mit Vorbildcharakter Das Dörpsmobil in Großenwiehe wird von einem Verein mit derzeit 63 Mitgliedern betrieben. „Es ist im Grunde ein normales Carsharing-Angebot, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass wir es als Verein ehrenamtlich organisieren“, erklärt Harald Dethlefs, Vorsitzender und Botschafter des Dörpsmobils. Dadurch können den Nutzern attraktive Preise angeboten werden, die kommerzielle Anbieter in der Region nicht leisten könnten. Nutzung und Zielgruppe Pro Jahr wird das Dörpsmobil für rund 250 Fahrten genutzt. Die Mitgliederstruktur ist heterogen: Neben „Power-Usern“, die das Auto regelmäßig buchen, gibt es viele Unterstützer, die das Projekt ideell fördern – auch wenn sie es selbst nicht nutzen. „Etwa 50 Prozent unserer Mitglieder haben bereits ein eigenes Auto, finden die Idee aber so gut, dass sie den Verein mit ihrem Jahresbeitrag unterstützen“, so Dethlefs. Kosten und Verfügbarkeit Ein Erfolgsmodell für geteilte E-Mobilität auf dem Land Die Nutzung des Dörpsmobils kostet 2,50 Euro pro Stunde, unabhängig von der gefahrenen Strecke. „Ob das günstiger ist als das eigene Auto, hängt von der Fahrt ab“, erklärt Dethlefs. „Aber im Vergleich zum Bus ist es oft die preiswertere Alternative.“ So kostet eine einfache Busfahrt nach Flensburg bereits 5,50 Euro – für diesen Preis könnte man das Dörpsmobil vier Stunden nutzen. Das Angebot steht allen Vereinsmitgliedern ab 18 Jahren offen, unabhängig vom Alter. Besonders Familien profitieren vom Dörpsmobil, da es eine flexible Ergänzung zum eigenen Auto darstellt. Einfach nachahmbar – mit Unterstützung Dethlefs betont, dass die Gründung eines ähnlichen Projekts zwar mit bürokratischen Hürden verbunden ist, aber gut machbar sei. „Man muss sich mit Vereinsrecht und Formalitäten auseinandersetzen, aber es gibt Unterstützung“, sagt er. So bietet die Initiative Dörpsmobil SH einen Leitfaden für Interessierte und stellt Teilzeitkräfte für die Betreuung zur Verfügung. Ergänzung zum ÖPNV Das Dörpsmobil versteht sich nicht als Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr, sondern als sinnvolle Ergänzung – besonders dort, wo Busse und Bahnen nicht hinfahren. „Für Fahrten zum Facharzt oder in benachbarte Orte, die schlecht angebunden sind, ist das Dörpsmobil ideal“, so Dethlefs. Fazit: Ein Projekt mit Zukunft Das Dörpsmobil in Großenwiehe zeigt, wie ehrenamtliches Engagement und moderne Mobilitätskonzepte den ländlichen Raum stärken können. Mit starker Rückendeckung aus der Gemeinde und einer wachsenden Zahl an Unterstützern ist das Projekt ein Vorbild für andere Regionen. Weitere Informationen: www.doerpsmobil-grossenwiehe.de Kontakt: Harald Dethlefs (Botschafter Dörpsmobil Großenwiehe e.V.)