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Rückzug und Besinnung waren zwar auch in mittelalterlichen Klöstern entscheidend, doch begünstigte die enge Vernetzung der Klöster innerhalb der Orden einen Transfer von Wissen, dessen Tempo und Reichweite heute noch erstaunt. Grundlage des Wissenstransfers war das Schreiben. Man kopierte bei anderen Klöstern entliehene Bücher oder vervielfältigten hauseigene Texte. Durch Verwendung lateinischer Sprache war das Verstehen und Weitergeben von Texten in ganz Europa möglich. Vorrangig waren es theologische Schriften, aber auch Chroniken und Werke zu Pflanzen- und Heilkunde. Einige antike Texte sind nur dank klösterlicher Abschriften erhalten. Neugründungen von Klöstern wurden angeleitet von Äbten und Mönchen aus dem Mutterkloster oder einem etablierten Standort. So wurde Wissen über die Wahl eines geeigneten Standorts, Kenntnisse in der Land- und Forstwirtschaft, dem Haltbarmachen von Lebensmitteln, dem Bierbrauen uvm weitergegeben. Besonders wichtig war die Baupraxis. Hier pflegten die Orden jeweils eigene Grundsätze. So lassen sich noch heute direkte Einflüsse ablesen. Zu den einflussreichsten Bautraditionen zählt die der Hirsauer Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens. Die Klöster auf dem Erfurter Petersberg, in Thalbürgel und in Paulinzella wurden in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts direkt vom Mutterkloster Hirsau im Schwarzwald aus mit baulich erfahrenem Personal bestückt. Ab dem 12. Jahrhundert sind auch die Prämonstratenser in Thüringen, bereits wenige Jahre nach der Gründung des Ordens im französischen Prémontré 1120 durch Norbert von Xanten. Wie bei den Benediktinern gibt es auch hier Frauengemeinschaften. Beide Gemeinschaften vereinte bspw Kloster Veßra in Südthüringen, gegründet 1131. Die Stiftung veranlassten die Grafen von Henneberg, als deren Hauskloster es diente. Für die Zisterzienser entschieden sich die Grafen von Käfernburg 1142 bei der Gründung ihres Hausklosters Georgenthal, und zwar direkt aus dem Mutterkloster im französischen Morimond. Mit der Stiftung eigener Hausklöster konnten Herrscher nicht nur für Seelenheil vorsorgen, sondern auch ihre irdische Macht ausbauen. Die meisten Klöster waren direkt vom Papst privilegiert und den regional mächtigen Bischöfen weitgehend entzogen. Das machte Kloster- und Stiftsgründungen für Herrscher attraktiv. Bis zum Ende des Mittelalters waren in Thüringen weit mehr als 200 Klöster und Stifte entstanden. Doch mit der Reformation wurden viele der Klöster säkularisiert und zu Domänen. Im nordthüringischen Göllingen wurde im 20. Jahrhundert eine Konservenfabrik betrieben, die den Standort der im 16. Jahrhundert aus der Klosteranlage hervorgegangenen Domäne nutzte. Der romanische Westturm der abgetragenen Klosterkirche mit seiner Krypta blieb erhalten. Die Klosterbauten selbst wurden entweder für wirtschaftliche Zwecke weiter genutzt oder dienten – wie in Paulinzella – in der Folgezeit immer wieder als Steinbruch für weltliche Bauprojekte. Das frühere Prämonstratenserstift Mildenfurth in Ostthüringen, gegründet 1193 als Hauskloster der Vögte von Weida, wurde 1543 aufgelöst. Den Gebäudekomplex erwarb Matthes von Wallenrod, Burghauptmann der Veste Coburg im Dienst der Herzöge von Sachsen. Er baute die Kirche zum Schloss um, indem er Chor, Querhaus und einen Teil des Langhauses stehen ließ und Zwischengeschosse einzog. Als Baumaterial für die Um- und Einbauten und die hohe Schlossmauer dienten die abgetragenen Bereiche des Langhauses. Das schon bei seiner Gründung prominente Kloster St. Peter und Paul auf dem Petersberg blieb bis ins frühe 19. Jahrhundert bestehen, obwohl der Berg selbst sich längst zur erzbischöflich-mainzischen Festung gewandelt hatte. Erst in den napoleonischen Kriegen wurde es zerstört. Die gewaltige romanische Kirche funktionierten die siegreichen Preußen in ein Lagergebäude um, sie verlor dabei endgültig ihr sakrales Äußeres. Heute erinnert der freigestellte Innenraum wieder an die Monumentalität des einstigen Schauplatzes mönchischer Liturgie. Frühere Klosterkirchen konnten jedoch nicht nur pragmatisch weiterverwendet werden. So bezieht die Ruine der Klosterkirche Paulinzella einen guten Teil ihrer Berühmtheit nicht aus der Bedeutung des mittelalterlichen Klosters oder gar der Nutzung als Amtsdomäne und Jagdschloss der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, sondern aus der im 18. Jahrhundert einsetzenden Bewunderung als Ruine im Zuge der Romantik. Paulinzella wurde zum beliebten Text- und Bildmotiv. So wurde Paulinzella schon früh bewusst als Ruine gepflegt, und das ist bis heute die Maxime im Erhalt dieses vielschichtigen Kulturdenkmals. Auch anderenorts geht es um das Erhalten und Sichtbarmachen der Zeitläufe, zugleich aber auch um die Erlebbarkeit der verbliebenen, oft strahlkräftigen mittelalterlichen Sakralarchitektur. Eine Produktion von NEU PRODUCTION