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hier geht es zu unserer Playlist: • Wunderschöne alte Kirchenlieder (Chor) hier zum Kanal: / @warum-ich-glaube Geh aus, mein Herz und suche Freud 1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben. 2) Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide. 3) Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder, Berg, Hügel, Tal und Felder. 4) Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen, der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen, ins tiefe Gras gesprungen. 5) Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich an ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten, der Schaf und ihrer Hirten. 6) Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise, in seinem schwachen Reise. 7) Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überfließend labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte, das menschliche Gemüte. 8) Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen. 9) Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden, und güldnen Schlosse werden! 10) Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muss es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdrossnem Mund und Stimm ihr Halleluja singen, ihr Halleluja singen. 11) O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen, mit tausend schönen Psalmen. 12) Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen, zu deinem Lobe neigen. 13) Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe. 14) Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben. 15) Erwähle mich zum Paradeis und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen, hier und dort ewig dienen. Texterklärung „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ entfaltet in dichterischer Breite ein Panorama sommerlicher Natur als sichtbaren Ausdruck göttlicher Güte. Bäume, Blumen, Vögel und Tiere erscheinen in ihrer Lebendigkeit als Mitzeugen der Schöpfung und gleichsam als stumme Lobredner ihres Schöpfers. Auch Bäche, Felder und Bienen werden als Zeichen von Ordnung, Fruchtbarkeit und Fürsorge gedeutet. Die Natur ist nicht bloß Kulisse, sondern theologisch interpretierte Wirklichkeit: Sie verweist über sich hinaus auf ihren Ursprung in Gott. Aus der Betrachtung der äußeren Schönheit erwächst Dankbarkeit. Doch das Lied verbleibt nicht im Naturidyll. Es vollzieht eine geistliche Bewegung vom Sichtbaren zum Unsichtbaren: Die Freude an der Schöpfung wird zur Vorahnung der paradiesischen Vollendung. Die irdische Blüte wird zum Gleichnis für die zukünftige Herrlichkeit bei Gott. Der Sänger verbindet diese Hoffnung mit einer persönlichen Bitte. Er wünscht, Gott schon jetzt so loben zu können, wie es die Engel tun, und bittet um Wachstum im Glauben und um Treue im Dienst. Das Motiv der Fruchtbarkeit wird geistlich gewendet: Wie die Natur unter Gottes Segen gedeiht, so möge auch das eigene Leben geistliche Frucht bringen und zur Ehre Gottes beitragen. Insgesamt vereint das Lied Schöpfungslob, eschatologische Hoffnung und persönliche Frömmigkeit zu einem vielschichtigen geistlichen Sommergesang. Text: Paul Gerhardt (1653)