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Auf YouTube veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten (http://provinzarchiv.jesuiten.org) und des Pastoralamts der Erzdiözese Wien. Nachzulesen ist der Vortrag in STh 14, S. 11-22; SW 29, S. 3-11. Fotografik: © Nachlassverwaltung Alfred Kutschera Ein Kommentar zum Vortrag von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz Der kleine Artikel ist für mich eine richtige Perle innerhalb der Rahner-Texte, ein ekklesiologischer Schlüsseltext, und er begleitet mich nicht erst seit meiner Promotion über Rahner. Für Karl Rahner, darauf habe ich 2007 in meiner Dissertation hingewiesen, war die Kirche in ihrer konkret-geschichtlichen Erscheinung „das Existential seines Lebens und seiner Theologie im Wandel der Zeiten.“ (Jetzt ist noch Kirche , 2008, 15). Fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Entstehen ist der Text immer noch hochaktuell. Die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der evangelischen Kirche (Wie hältst du's mit der Kirche?, 2023) scheint empirisch zu untermauern, was Rahner schon 1979 in seinem Aufsatz so verdichtet ins Wort gebracht hat. Wer heute noch dezidiert religiös ist, ist dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Rahmen der Kirche, z. B. in einer Gemeinde. Es zeigte sich bei den meisten Befragten, dass eine nichtkirchliche, „frei flottierende“, individualisierte, „alternative“ Religiosität und Christusgläubigkeit auf Dauer weniger trägt und auch nicht an die nachfolgende Generation „tradiert“ wird. Religiosität bedarf weitgehend einer äußeren und geschichtlich-konkreten Form der „Institutionalisierung“, damit sich religiöse Strukturen – individuell wie kollektiv – dauerhaft etablieren und festigen und sich später nicht einfach verflüchtigen. Denn religiöse Formen können sich ausbreiten, ja einen „Megatrend“ bilden, sie können aber auch zurückgehen und nahezu völlig verschwinden. Karl Rahner war in vielerlei Hinsicht ein weitsichtiger und „frommer“ und in dem Sinn auch „kirchlicher“ Theologe. Das belegt gerade dieser Schlüsseltext, verfasst nur wenige Jahre vor seinem Tod, sehr eindrucksvoll. In meinen Augen ist dieser Text wie eine Verdichtung seiner systematischen Theologie zu nehmen. Rahner nähert sich dem Thema zunächst von der Erfahrung des „unendlichen Geheimnisses“ her. Dieses Geheimnis zeigt sich in der Geschichte. Ich kann dieses Geheimnis anreden. Zu ihm kann ich beten und vor ihm tanzen und auf die Knie fallen, wie Heidegger einmal in Abgrenzung zum „Gott der Philosophen“ gesagt hat. Das unendliche Geheimnis, das wir Gott nennen, hat es nicht nötig (wie dieser nur „ausgedachte“ Gott), sich unendlich von mir zu distanzieren. Dieses unendliche Geheimnis gibt sich in seiner in der Tat nicht überbietbaren Selbstzusage an den Menschen (und in die Welt hinein) – und zwar in einer sehr konkreten Kirchlichkeit: „Mein Christentum hat auch und wesentlich eine geschichtliche Dimension“, sagt Rahner. Ein Theologe wie er muss geschichtlich denken. Er tut dies also nicht in bloß abstrakten Ideen und idealisierten Formen. Gerade das, finde ich, zeichnet Rahner aus, wenn er einerseits sagt: „Es ist dem Christen verboten (einziges Verbot, das ganz erstgenommen werden muss), sich mit weniger als der unendlichen Fülle Gottes zu begnügen, sich im Endlichen endgültig glücklich anzusiedeln oder in seiner Enge zu ersticken, frevelhaft bescheiden zu meinen, Gott könne im Ernst diese durch tausend Bedingtheiten endliche Kreatur nicht ernst nehmen“. Aber diese Ausrichtung des geschichtlich bedingten „kirchlichen Christen“ auf Transzendenz hin, auf das „unendliche Geheimnis“, drückt sich andererseits gerade nicht einfach an der Faktizität des Daseins vorbei. Dazu gehört selbstverständlich, dass man den Mut hat, auch mit den „Spießbürgern und Nachtwächtern“ in dieser Kirche zu leben und sich nicht vorschnell und arrogant in die eigenen (idealisierten) Luftschlösser zu flüchten. Am Ende steht für Rahner fest: „Das Haus der Kirche ist viel weiter und längst nicht nur aus Räumen bestehend, die eng und stickig sind.“ Rahner – ein Mann der Kirche, wie Karl Lehmann einmal lakonisch feststellt. Trotz allem ist das für ihn so, lebt er in einer großen Zuneigung und Liebe zur Kirche. Wie anders könnte es auch sonst gelingen, das „Unbegreifliche sehr begreiflich zu denken und zu leben“ als in einer ganz konkreten Geschichtlichkeit, die immer bedroht ist, ihre Ideale zu verraten und zu missbrauchen. Damit ist in keiner Weise die schwere Schuld sexualisierter Gewalt und das Versagen im Umgang damit in der Kirche kleingeredet. Er spricht in diesem Kontext schon sehr früh von der „sündigen Kirche“. Rahner selbst ist ein gutes Beispiel dafür, dass dieser „Mut zum kirchlichen Christentum“ in letzter Konsequenz auch die massive Kritik an den himmelsschreienden und „geschichtlich bedingten“ Missständen einschließt und durch sie hindurchgeht. Für Rahner persönlich war dies so, in seiner authentischen „lebensgeschichtlichen Dogmatik“. Und in dieser Haltung kann ich ihm gut folgen.