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Wir befinden uns jetzt am Ende der sechziger Jahre. Willigis ist jetzt Anfang, Mitte vierzig. Beim Nachvollzug seines Weges bis hierhin wurde etwas von der Spannung deutlich zwischen seiner Erfahrung und Sehnsucht einerseits und den kirchlich-dogmatischen Annahmen andererseits. Seine Durchbruchserfahrung als Sechsjähriger weckte seine Sehnsucht nach dieser tieferen, umfassenderen Wirklichkeit, die ihn letztlich ins Kloster führte. Dort aber wurde seine Sehnsucht nach Vertiefung in Gott enttäuscht und er wandte sich schon im Noviziat Johannes vom Kreuz und Teresa von Avila zu, begann eine private Kontemplationsübung. In seinem Dienst bei Missio und den damit verbunden interreligiösen Begegnungen mit dem Gott der anderen wurde ihm der Absolutheits-Anspruch fraglich und er suchte verstärkt das verbindend Gemeinsame, was ihn zur Identifikation der Gottesfrage als Sinnfrage führte. Das „nada“ des Johannes vom Kreuz schenkte ihm die Freiheit dazu. Diese drei großen Fragen nach Gott, dem Sinn und dem Menschen waren für Willigis nicht abschließend gelöst oder so verbunden, dass sie in eine einzige Antwort mündeten. Ein Zitat, zwar aus späterer Zeit, aber inhaltlich passsend: „Die Menschen bekommen heute jeden Abend ein Weltbild ins Haus geliefert, das mit unserer Theologie überhaupt nicht mehr übereinstimmt. Mit einem mittelalterlichen Weltbild kann man ihnen keine Antworten auf ihre Lebensfragen geben.“ Und so war er und in gewisser Weise blieb er hin- und hergerissen zwischen dem kirchlichen Rahmen, seiner Gottesvorstellung und Frömmigkeit, die ihn einst so erfüllte, grundlegte und seine Seele nährte und dem riskant gefährlichen Ahnen, diesen Gott (Nada) aufgeben zu müssen, um sich mehr in ihn vertiefen zu können. So schwankte er zwischen einer Verbundenheit im traditionellen Glauben, der Verbundenheit mit seinen Mitbrüdern und dem inneren Ruf und Drang, der Gottesvertiefung in der Kontemplation zu folgen. Willigis vermochte es weder zu dieser Zeit noch später, diese Spannung zugunsten einer Seite aufzulösen. Bei aller sich allmählich einstellenden Klarheit in der kontemplativen, spirituellen Praxis - durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch blieb seine Entscheidung: Ich bin und bleibe Katholik, Benediktinermönch und Priester, solange sie mich nicht rausschmeißen. Diese Spannung, so sehr sie an ihm zerrte, machte gleichzeitig einen Teil seiner Anziehung aus: Er nahm Fragen ernst, speiste sie nicht mit ungedeckten traditionellen Formeln ab, stellte sich ihnen gemeinsam mit den Gesprächspartnern, blieb dabei, hielt mit aus -und blieb doch selbst in dieser Spannung. Nochmals gut 45 Jahre rang er innerlich und inhaltlich mit diesen Fragen, bis er zu seinem 90. Geburtstag sein allmählich gewachsenes Bekenntnis veröffentlichte (siehe Wochenimpulse 1 bis 5). Aber zurück in die Endsechziger. Eine wissenschafts-theoretische Entwicklung ebnete ihm den nächsten Schritt: Von der eminenz- zur evidenzbasierten Wissenschaft und Medizin, zur zunehmenden Bedeutsamkeit der Erfahrung. Aber davon mehr in den nächsten Wochenimpulsen.