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In Esterwegen bin ich zwar, hollaria, holdrio, so manchen Monat, Tag und Jahr, hollaria, holdrio. Und fragt ihr mich, wo steht dein Sinn so sage ich: „Zur Heimat hin!“ An jedem Morgen in der Früh, hollaria, holdrio, beginnt des Tages Last und Müh, hollaria, holdrio. Dann denk ich frohgemut und gern an meine Lieben in der Fern. Doch nimmermehr will klagen ich, hollaria, holdrio, ein Lied, ein Lied klingt klar und frisch, hollaria, holdrio. Ob Arbeitsdienst, ob Sport uns zwingt, doch stets ein frohes Lied erklingt. Doch auch für uns kommt mal die Zeit, hollaria, holdrio, wo aus der Schutzhaft wir befreit, hollaria, holdrio. Dann werden froh wir heimwärts zieh‘n ganz gleich, ob’s schneit, ob Rosen blüh‘n. O Esterweg‘, so lang ich leb‘, hollaria, holdrio, denk ich an deinen Leidensweg, hollaria, holdrio. Denn wer in Esterwegen weilt aus seinen Mauern froh enteilt. Worte & Weise: unbekannt Klemme 2: C / G / C / F. / G / C / C / G / C / F. / G / C / C / G / G7 / C / F / G / C / Das KZ Esterwegen im Emsland war eines der „frühen Konzentrationslager“ des NS und wurde im Sommer 1933 für politische „Schutzhäftlinge“ eingerichtet. Es war nach dem KZ Dachau zeitweilig das zweitgrößte Konzentrationslager. Das KZ Esterwegen wurde im Sommer 1936 aufgelöst und bis 1945 als Strafgefangenenlager - vor allem für Militärstrafgefangene - weitergenutzt. Seinen Belegungs-Höchststand erreichte das Lager im Juni 1946 mit 2.612 Menschen, welche von den Briten auf dem Lagerareal Esterwegen interniert wurden. Ich distanziere mich von den politischen, sexuellen und kulinarischen Vorlieben aller Internierer und Internierten - das Lied ist ein bewahrungswürdiges Zeitdokument der Musikgeschichte. Auf meinem Liederblatt (Kopie einer Buch-Seite) ist vermerkt: „Das Esterwegen-Lied gehörte zu den wenigen Liedern, die von der SS genehmigt waren und öffentlich als Lagerlied gesungen werden durften. Es war in gewissem Sinn von den SS-Leuten sogar angeregt worden, die einen Liedwettbewerb ausschrieben und für das schönste Lied einen Preis stifteten. Viele Häftlinge versuchten sich dann im Komponieren und Dichten. Theo Gaudig, der Sohn von Otto Gaudig: ,Es kam ja darauf an, auf diesem schmalen Grad [sic!] zu marschieren, der der SS noch genehm war und den Häftlingen auch keinen moralischen Abbruch tun sollte. Das war sicherlich sehr schwierig.‘ In der Regel aber wurden in den KZs unpolitische Lieder gesungen. Noch einmal Theo Gaudig: ,In allen KZs gab es auch eine Musikkapelle, die spielte, wenn die morgens raus und abends reinmarschierten. Die haben alles Mögliche gespielt, wie ,Muß i denn zum Städtele hinaus‘ und so weiter. Die haben sich alle so Phantasieuniformen gemacht, damit sie als Musiker erkennbar waren.‘ Nach der Überführung von Häftlingen aus dem Moorlager in andere Konzentrationslager wurde das Lied auch hin und wieder dort angestimmt. In diesem Fall änderte man die erste Zeile und sang: ,In Esterwegen war ich zwar …‘“