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Experimentelles Filmessay, gedreht auf 16 mm-Film. Der Film setzt sich mit dem Thema der Eisenbahn um 1900 auseinander und handelt von der Hinauffahrt eines Wagens der Stuttgarter Standseilbahn zum Waldfriedhof aus Anlass des 60 Jubiläum im Jahr 1989. Umgesetzt wurde das Thema in verschiedenen Ebenen. 1. Dokumentation Die Dokumentation und Umsetzung der für uns aus heutiger Sicht primitiven Technik im Bild, gezeigt am Beispiel des Maschinenraums sowie das Herausarbeiten der optischen Strukturen der Bahn in ihrer Umgebung. Zur Verstärkung dieser Effekte wurde ein hochempfindlicher und daher grobkörniger Film im Format 16 mm gewählt. 2. Sprache Auf der sprachlichen Ebene wurde ein Text in der Ingenieursprache der.Jahrhundertwende teilweise auf die Belange der Standseilbahn umgetextet. Es wird betont nüchtern und sachlich gesprochen. Die Nostalgie ergibt sich aus der für uns ungewohnten Sprache. 3. Musik Eine von Edward Krieg ausgewählte Musikkomposition stammt ebenfalls aus der Jahrhundertwende. Sie passt sich in Tempo und Dramaturgie optimal an die Fahrt der Seilbahn an. Von Beginn an wurde darauf Wert gelegt, dass eine Fahrt der Seilbahn einen in sich abgeschlossenen Vorgang darstellt. Die Schwierigkeit bei den Kameraaufnahmen und dem Filmschnitt waren eine optimale Verknüpfung der Fahrt und den parallel stattfindenden Ereignissen und Vorgängen im Maschinenraum. Bewusst wurden Kamerabewegungen als Gestaltungsmittel an- und abgeschnitten. Nicht zu kurz kommen sollte auch die Gemächlichkeit, mit der die Bahn ihre Strecke bewältigt. Aus diesem Grund wechseln längere, eher besinnliche Szenen mit mehreren kurz geschnittenen ab. Die Produktion wurde gezielt auf das Medium Film konzipiert. Eine andere Art der Reproduktion als die großflächige Projektion mit der entsprechenden Tonwiedergabe würde die Wirkung des Films einschränken. Dies bedeutet jedoch auch im Rückschluss, dass eine Produktion mit einem anderen Trägermedium nicht möglich gewesen wäre, oder zumindest nicht zu dem Ergebnis geführt hätte. Der Film an sich lässt sich schwer in eine Kategorie einordnen. Durch die Darstellung der Objekte besitzt er dokumentarischen Charakter. In der Sichtweise des Ablaufs und der Kameraeinstellungen ist er experimentell. Vielleicht könnte man ihn als prosaisches Filmessay bezeichnen. Studiopraktikum Filmtechnik der Medientechnikgruppe 5 und 6 im Wintersemenster 1989/1990 an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Gedreht wurde im Oktober und November 1989. Ein Film von Stefan Braun, Christian Mend (Regie und Drehbuch) Co-Produzenten Stefan Beck, Klaus Ischinger, Gerhard Scharrer, Jens Schröder Sprecher: Prof. Hans Rösner © 1989. Dieser Film ist copyright-geschützt. © 1989. This film is copyright protected. Aufführungen: Erstsendung SDR, 1989/1990 5./6. Juni 2008, Dokville 2008, Ludwigsburg (DE); Dokville 2008: Branchentreff der Filmindustrie, Medienakademien und Fernsehsender zum Thema Dokumentarfilm in Ludwigsburg