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Bisher haben wir gesehen, wie die ersten Tätigkeiten außerhalb der Abtei Willigis in seinem bisherigen Glauben und Gottesbild herausfordern. Sowohl die Arbeit beim Bund der deutschen katholischen Jugend Anfang der sechziger Jahre, mit den kritischer werdenden Fragen der Jugendlichen, als auch seine Tätigkeit bei Missio mit vielen Reisen und interreligiösen Begegnungen. Diese Begegnungen mit dem Gott der anderen stellten seine traditionell katholischen Auffassungen in Frage. An diesem Punkt wandte er sich erneut dem Studium von Johannes vom Kreuz zu, den er ja schon während seines Noviziats intensiv studiert hatte. Hierbei spielte vor allem „Empor / Aufstieg zum Berge Karmel“ eine entscheidende Rolle. Johannes beschreibt darin einen Stufenweg zur Vereinigung der Seele mit Gott. Damit war er nicht der Erste, das hatten viele vor ihm unternommen. Teresa von Avila tat dies in ihrem Werk „die innere Burg“ ebenso zur gleichen Zeit. Ken Wilber schuf im 20. Jahrhundert einen ausdifferenzierten Entwurf. Das Besondere war ein Schaubild zum Aufstieg, in dem Johannes ab einer bestimmten Stufe den Begriff Gott durch „nada“ ersetzte. Dazu sein berühmtes Gedicht nada, nada, nada – nada, nada, nada - auf dem Gipfel nada. Nichts, nichts, nichts - nichts, nichts, nichts - auf dem Gipfel der Vereinigung nichts. Aber Vorsicht, wie beim Begriff der Leerheit braucht es ein tieferes Verständnis. Bei einem Großmeister protestantischer Theologie des 20. Jhd. findet sich ähnliches. Von Dietrich Bonhoeffer ist überliefert: „Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht!“ Und gleichzeitig konnte derselbe Bonhoeffer kurz darauf - zu seinem letzten Jahreswechsel (1944/45), schon im Gestapo-Gefängnis in der Prinz Albrecht Straße in Berlin auf seine Hinrichtung zugehend - formulieren: “Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Beide meinen nicht Einstimmung in Nietzsches „Gott ist tot“-Theologie, sondern Befreiung aus bindenden, versklavenden Bildern. Gott ist kein Etwas, nicht nach außen projiziertes Etwas. Damit folgt Johannes vom Kreuz radikal einer uralten Aufforderung der jüdisch-christlichen Tradition: Du sollst dir kein Bildnis machen. Aber genau das war es doch, was trennte. Unendliche Bücher über das Wesen Gottes sind verfasst, Theologen, die behaupten zu wissen, was Gott ist, sagt und will. Dies ist aber vor allem eine Quelle von Trennung, Zwiespalt und Zwist, innerchristlich und im Dialog der Religionen. Was bleibt bei Johannes, ist die präsente Haltung des Nichtwissens, liebendes Aufmerken. Nada kommt vom spanischen „non nata“, nicht geboren. Eben nicht in raumzeitliche Existenz hinein manifestiert, sondern zeitlos, unbedingt, ewig. Dies aber hat grundsätzliche Auswirkungen auf das Verständnis von Gebet. Es wird gegenstandsfrei. Im Gefolge von Johannes kein metaphysisches oder transzendentes Etwas als Gegenüber, sondern eben nichts. Was bleibt, ist die offene Präsenz, mit der Gott begegnet wird. So ist dies einer der großen Wende- und Entwicklungspunkte von Willigis. Hier beginnt die große Wende innerhalb dessen, was Willigis unter Gebet im Allgemeinen und Kontemplation im Besonderen versteht. Bisher wurde immer ein Gott angebetet, ein jemand, ein Gegenüber. Dem war Willigis als Benediktiner und Priester verpflichtet. Nunmehr fühlt er sich zu der Praxis der offenen Präsenz mehr und mehr hingezogen und ihr verpflichtet. Noch ist dies für Willigis eine bewusste Ich-Haltung und es wird noch etliche Schritte brauchen, bis er offene Präsenz als eigentlichen Vollzug des So-Seins verstehen wird. Diesem sich schrittweise in Gott vertiefen, welches für ihn daraus folgte, wollen wir in den nächsten Wochen nachgehen.