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In seinem autobiographischen Buch Das Leben ist Religion, welches zu seinem 80. Geburtstag erschien, fasste Willigis seine Kindheit und Jugend zusammen: „Diese ersten Jahre meines Lebens waren eine Periode sehr tiefer Religiosität. Tischgebet und Gottesdienstbesuch waren üblich. Religion war eine nicht hinterfragte Selbstverständlichkeit“. Gott war für seine damaligen Zeitgenossen immer noch eine feststehende Größe. So war auch klar, was Gott wollte, was man zu tun und man wie ihn anzubeten hatte. Unvorstellbar, dass sich daran etwas ändern sollte.Wenn man sich in diesem katholischen Umfeld für den Sinn des Lebens und für das Große und Ganze interessierte lag nahe, dies mit dem Interesse an Gott gleichzusetzen. Und dies bedeutete wiederum, sich einer Gemeinschaft anzuschließen. Willigis war schon als Schüler im Gymnasium der Abtei Münsterschwarzach gewesen. Der kirchlich katholische Glaube und sein persönliches Gottesbild waren zu dieser Zeit noch identisch gewesen. Ein Eintritt ins Kloster - seine große innere Sehnsucht, Gott zu dienen und die Sehnsucht damit zu kanalisieren - lag deshalb nahe. Was machte dieses kirchlich Katholische nun aus? Die abendländische Kultur geht wesentlich auf eine grundlegende Unterscheidung von Geist und Materie zurück. Trennung von Körper und Empfindung einerseits und andererseits Geist und Vernunft. Ausgehend von der Erfahrung der Vergänglichkeit alles Materiellen, aller Natur, auch unserer Körper. Alles, was eine Lebensspanne oder gar Generationen überdauerte, bekam also besonderen Respekt und den Status des Göttlichen zuerkannt. Geist im Gegensatz zu Materie. Dem folgend war unser Ich zwar an den Körper gebunden, jedoch nicht vollständig identisch. Unser Ich muss also mehr und etwas anderes sein als der Körper. Daraus erwächst die Idee einer Seele als Trägerin des Ich. Um überdauern zu können, muss sie also Geist sein. Da ist es nicht weit bis zum Gedanken, dass der Körper der Kerker der Seele sei. So muss der Mensch, der sich dem Priesterstand nähert, zu einem Geistlichen werden und dem Körper und dem Materiellen abschwören - Sinn der Gelübde. Und das hat Willigis mit 20 Jahren getan. Diese abendländische altgriechische Trennung hat das junge christliche Denken aufgenommen und ausgebaut. Materie entspricht der Erde und unserem Körper, seinen Bedürfnissen und Begierden. Der Geist und das Sein werden mit Gott gleichgesetzt.Diese Trennung ist es auch, die das Verhältnis zwischen Gott und Mensch bestimmt. Dazwischen besteht eine vom Menschen zwar verschuldete, aber nicht zu überbrückende Kluft. Allein Gott selbst kann diese durch den Opfertod seines Sohnes überbrücken. Die Handlung, die dies ermöglicht, ist der Opfertod Jesu am Kreuz.Deshalb auch hat die Eucharistiefeier den absolut zentralen Stellenwert im römisch-katholischen Glauben. Denn in ihr wird diese einende Handlung des Opfertodes Jesu täglich und überall in der Welt durch den Priester stellvertretend vollzogen.Das ist der eigentliche Kern der Missionsarbeit, zu der sich Willigis als Mönch und Priester zunächst entschieden hat. Ein Bildband der Abtei, in der die Schritte des Priesters während der Eucharistie - von Willigis vollzogen - dargestellt werden, spricht davon Bände. Hierin war Willigis zu Hause, dem war er zutiefst verpflichtet. Wichtig: Dies machte sein Verständnis von Einheit aus.Für Willigis bedeutete der Klostereintritt in diesem Sinn Sicherheit.Darüber hinaus aber etwas Weiteres: Willigis hatte eine sehr frühe Entrückungs-Erfahrung, noch vor Schuleintritt: In seinen Worten aus seinem Buch das Leben ist Religion: „Ich erinnere mich noch gut an ein Erlebnis in meiner Heimatkirche. Wahrscheinlich besuchte ich damals noch nicht die Schule. Meine Mutter hatte mich mitgenommen. Die Kirche war fast leer. Aber vorne am Altar brannten viele Kerzen. Weihrauchschwaden zogen durch die Luft. Es war „Ewige Anbetung“. Das Allerheiligste war ausgesetzt und eine feierliche Stimmung breitete sich aus. Irgendwo im hinteren Teil der Kirche leierten einige Frauen den Rosenkranz. Diese monotonen Stimmen und die Atmosphäre des Raumes hoben mich aus dem Tagesbewusstsein heraus auf eine Ebene, die alle Dinge in einem anderen Licht erscheinen ließ: wirklicher und doch der normalen Wirklichkeit entfremdet. Ich wusste damals, soweit das ein Sechsjähriger wissen kann: Was wirklich ist, erfährt man in einem anderen Zustand. Aber mit wem sollte ich davon sprechen?“ Gleichzeitig hatte diese Erfahrung für ihn initiatische Qualität, Seins-Fühlung und andauernden Ruf. Dem fühlte er sich zutiefst verpflichtet, auch mit seiner Entscheidung ins Kloster zu gehen. Der Tiefe des Geheimnisses Gottes sich anvertrauen. So stand von Beginn von Willigis‘ Klosterleben an beides nebeneinander: Sicherheit und Suche. Dies wird ihn zumindest die nächsten dreißig Jahre bestimmen - ungebrochene Zustimmung und Herausgerufen-Sein.