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Eine wichtige Fundstätte und Siedlung aus der ersten Hälfte des 11. Jh. n. Chr. ist Colletière am Lac de Paladru bei Chavarines, Département Isère, in Südostfrankreich. Die befestigte Anlage bestand einst aus mehreren Holzgebäuden, die innerhalb einer Palisade auf einer kleinen Halbinsel (oder Insel) errichtet worden waren. Die Bewohner scheinen tüchtige "Wehrbauern" mit einem übergeordneten ritterlichen Adel vor Ort gewesen zu sein. Offenbar hatte sie der Erzbischof von Vienne dorthin entsandt, um die Grenze zu Savoyen zu sichern. Sie betrieben Landbau, Viehzucht und Handwerk (Holz, Eisen, Textilien) und übernahmen gleichzeitig militärische Aufgaben. Colletière war demnach ein strategischer Posten der frühen Kapetinger. Funde sind im "Musée archéologique du lac de Paladru" in Chavarines ausgestellt. Durch die Lagerung im feuchten Milieu des Sees blieben organische Materialien (Holz, Leder, Textilien) gut erhalten, was Rekonstruktionen des täglichen Lebens ermöglicht. Bei der Armbrust von Chavarines liegen als Realien eine hölzerne Säule (Buche), der hölzerne Lösemechanismus und Teile des Bogens (Eibenholz) vor. Es handelt sich um einen Abzug vermittels eines Hebels oben hinter der Pfeilrinne. Die Sehne wurde aufwärts gedrückt und der Pfeil losgeschnellt. Die Technologie der römischen bzw. spätantiken „arcuballista“ (lat.) mit einer beinernen Nuss ist hier durch eine andere praktische Lösung ersetzt worden. Ein Gebrauch als Jagdwaffe wäre möglich. Dies wird vor allem aufgrund der relativ leichten Bauweise in Erwägung gezogen. Allerdings deuten am Platz aufgefundene Armbrustzaine und lang-pyramidale oder gedrungen rhombische Eisenspitzen auch auf eine Nutzung als Kampfwaffe an. So musste das Zuggewicht der Bogen nicht übermäßig hoch sein. Etwa 60-80 lbs reichten aus, um mit spitzen Eisen bewehrte Geschosse im Konfliktfall einzusetzen. Ansonsten wurden tatsächlich noch weitere, geringere Fragmente von Armbrusten am Platz Colletière entdeckt und in der Fachliteratur publiziert. Die Quellenlage zu frühmittelalterlichen Armbrusten ist in Europa insgesamt dürftig. Lange wurde in der historischen Forschung vermutet, die Armbrust sei nach der Völkerwanderung in Vergessenheit geraten und erst später eine Re-Innovation der Karolingerzeit gewesen. Heute geht man kulturhistorisch eher davon aus, dass der Anschub für eine nachhaltig breite Verwendung der seit der Spätantike (primär in romanischen Milieus) tradierten Armbrust tatsächlich als Folge der "Karolingischen Renaissance" stattfand. An Bildbeispielen gibt es den sogenannten Drosten-Stone in Schottland, auf dem eine Armbrust mit einem Stabbogen zu sehen ist, wie sie ähnlich bei Chavarines gefunden wurde. Die fränkischen Armbrustbilder des Haimo von Auxere sowie eine Reiterarmbrust in einer Beatus-Handschrift aus Nordspanien zeigen Armbruste mit rekurvem Bogen, einem Abzug unten und ergonomischem Handgriff. Sie stehen konstruktiv in spätrömischer Tradition. So verhält es sich auch mit Einzelfunden einer beinernen Nuss in Burbage, Wiltshire, und einem Armbrust-Handgriff aus dem frühmittelalterlichen England. Man erkennt, dass Armbruste als technisch überlieferte Idee aus römischen Zeitläufen im Frühmittelalter einige Spielarten erlebten. Aufgrund der lückenhaften Quellenlage ist die Armbrust von Colletière bei Chavarines für sich schon bedeutsam. Durchgesetzt und weiterentwickelt wurde seit dem Hochmittelalter in Europa der Armbrust-Typ mit Säule, rotierbarer Nuss und Abzugsstange unten. Die Armbrust von Colletière war gleichwohl eine wirksame Fernwaffe. Sie ist bei Valérie Serdon: Armes du diable. Arcs et arbalètes au Moyen Âge. Presses Univ. de Rennes. 2005 und bei Gilles Bongraine: L’arbalète de l'Orient à l'Occident. Chaumont. Éditions Crépin-Leblond. 2009 übergreifend erläutert. Praktische Nachbauten lieferten Gilles Bongraine, Tod Cutler und andere. Für den Bogen diente Eiben- oder Eschenholz. "L'habitat fortifié de Colletière à Charavines et le pays du lac de Paladru au XIe siècle. Michele Corladelle, Jean-Pierre Moyne und Éric Verdel (Hrsg.). Caen. Presses Universitaires de Caen. 2023. 524 S. https://www.museearcheologiquelacdepa... Holger Riesch: Pfeil und Bogen zur Merowingerzeit. Eine Quellenkunde und Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Bogenschießens. Wald-Michelbach. Karfunkel Verlag. 2002. 120 S. https://d-nb.info/965792765/04 Holger Riesch: "Quod nullus in hostem habeat baculum sed arcum". Pfeil und Bogen als Beispiel für technologische Innovationen der Karolingerzeit. In: Technikgeschichte. 61 (1994) 3, S. 209-226 https://opac.regesta-imperii.de/lang_...