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Wenn der Tag erwacht, eh’ die Sonne lacht, die Kolonnen ziehn zu des Tages Mühn hinein in den grauenden Morgen. Und der Wald ist schwarz und der Himmel rot, und wir tragen im Brotsack ein Stückchen Brot und im Herzen, im Herzen die Sorgen. O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen, weil du mein Schicksal bist. Wer dich verließ, der kann es erst ermessen, wie wundervoll die Freiheit ist! O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen, und was auch unser Schicksal sei, wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei! Und das Blut ist heiß und das Mädel fern, und der Wind singt leis, und ich hab’ sie so gern, wenn treu sie, ja, treu sie nur bliebe! Und die Steine sind hart, aber fest unser Tritt, und wir tragen die Picken und Spaten mit und im Herzen, im Herzen die Liebe. O Buchenwald, … Und die Nacht ist kurz, und der Tag ist so lang, doch ein Lied erklingt, das die Heimat sang: wir lassen den Mut uns nicht rauben. Halte Schritt, Kamerad, und verlier nicht den Mut, denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut und im Herzen, im Herzen den Glauben. O Buchenwald, … Worte: Fritz Löhner-Beda Weise: Hermann Leopoldi C / G / G7 / C / F / C / G. / C / G / G7 / C / F / C / G. / C / F. / C. / G / C / C / F. / C / G / C / G / C / F / G / C / F. / C / C / G / C / Der ehemalige Buchenwald-Häftling Stefan Heymann schrieb 1945 über die Entstehung des Liedes: „Ende 1938 erklärte der damalige Lagerführer Rödl: „Alle andern Lager haben ein Lied, wir müssen auch ein Buchenwald-Lied bekommen. Wer eins macht, bekommt 10 RM“. Es wurden nun viele Entwürfe von „Dichtern“ oder „Komponisten“ gemacht, aber die taugten alle nichts oder fanden bei der SS-Führung keinen Beifall. Nur das obenstehende Lied, das dann ja auch zur offiziellen „Buchenwald-Hymne“ erklärt wurde, setzte sich durch, weil der damalige Kapo der Poststelle, ein Bayer und von Beruf Konferencier, über die nötigen Verbindungen bei der SS verfügte. Der genannte Kapo bezeichnete sich als Verfasser von Wort und Melodie des Liedes. In Wahrheit ist das Lied von zwei österreichischen Juden gemacht: Der Text von Löhner-Beda, dem Librettisten Lehars, die Musik von Leopoldi, einem Wiener Kabarettsänger. Löhner-Beda ist leider in einem Nebenlager von Auschwitz gestorben. Leopoldi konnte noch rechtzeitig nach den Vereinigten Staaten von Amerika auswandern. Selbstverständlich erfuhr die Lagerleitung nicht, wer die wirklichen Verfasser des Liedes waren. Text und Melodie des Liedes mußten auf dem Block in der Freizeit eingeübt werden, bis es eines Tages, nach dem Abendappell – es war Ende Dezember 1938, bitterkalt und alles tief verschneit – hieß: „Das Buchenwald-Lied singen.“ Selbstverständlich konnte das beim ersten Male (7000 Menschen standen auf dem Appellplatz) nicht klappen. Wütend ließ Rödl, der stinkbesoffen war, aufhören und gab den Befehl, daß jeder Block auf dem Appellplatz solange für sich üben müsse, bis das Lied klappe. Man kann sich denken, welch infernalisches Konzert auf dem Platz losging. Als Rödl merkte, daß es auf diese Weise nicht ging, ließ er Strophe für Strophe gemeinsam singen und immer wieder wiederholen. Erst nachdem das ganze Lager auf diese Weise etwa 4 Stunden in bitterster Kälte gestanden hatte, gab er den Befehl zum Abmarsch. Aber während sonst jeder Block einfach kehrt machte und ins Lager zurückging, war es diesmal anders. In Zehnerreihen ausgerichtet, mußte jeder Block am Tor bei Rödl und anderen besoffenen SS-Führern stramm vorbeimarschieren und dabei das Buchenwald-Lied singen. Wehe dem Block, der nicht genau ausgerichtet ankam, oder bei dem das Singen noch nicht ganz nach Rödls Wunsch klappte! Er mußte unbarmherzig zurück und nochmals vorbeimarschieren. Endlich, gegen 10 Uhr abends, kamen wir, ausgehungert und steifgefroren, auf unseren Block.“ Das Buchenwaldlied wurde Standard beim Appell und anderen Gelegenheiten. So wurde es im KZ Buchenwald auch als Marschlied gespielt, wenn die Arbeitskolonnen ein- und auszogen. Ab 1942 gehörte das Lied nicht mehr zum offiziellen Programm, da im Konzentrationslager Buchenwald immer mehr ausländische Häftlinge interniert wurden. (wikipedia)